Der Cousin im Souterrain
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Der nach "Dingerchen und andere bittere K├Âstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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Jack Campbell: Die verlorenen Sterne 01: Der Ritter
Jetzt bestellen bei amazon.de! Black Jack Geary, der Admiral, der von den Toten zur├╝ckkam hat es geschafft. Er hat nicht nur den seit Jeinem ahrhundert andauernden Kampf der Allianz gegen die Syndikatwelten siegreich beendet, er hat auch die Fremdrasse, eigentlich sollte es Fremdrassen hei├čen, der Enigmas kontaktiert und in einigen der Aliens Verb├╝ndete der Menschen gefunden.

Was aber hei├čt der verlorene Krieg f├╝r die Menschen die im Herrschaftsbereich des Syndikats leben?

├ťberall in dem einst mit strenger, ja despotischer Hand regierten Machtbereich des Syndikats brechen B├╝rgerkriege aus. Menschen erheben sich gegen die Schlange, wie der allm├Ąchtige Geheimdienst des Syndikats treffend genannt wird, rebellieren offen gegen die nur ihr eigenes Wohl im Sinne habenden CEOs.

Auch im Grenzsystem Midway, das nicht nur ├╝ber ein Hyperraumtor zu zwei weiteren Sonnensystemen Kontakt hat, sondern auch als Grenze zu den Enigmas gilt, stehen die Menschen gegen Unterdr├╝ckung, Gewaltherrschaft und Spitzeltum auf. An ihrer Spitze haben sie zwei Menschen, die f├╝r ehemalige Syndikat-CEOs untypisch agieren ÔÇô nicht umsonst wurden sie von Prime nach Midway abgeschoben.

General Artur Drakon liegt, man glaubt es kaum, das Wohl seiner Untergebenen am Herzen. So sehr setzt er sich f├╝r diese ein, dass die F├╝hrer des Syndikats beschlossen, dass er in ein unbedeutendes Grenzsystem versetzt und dort kaltgestellt werden sollte. Ihm zur Seite steht Ex-CEO Gwen Iceni, die die Mini-Flotte von Midway unter ihrer Befehlsgewalt hat. Zusammen heben sie die Schlangennester des Geheimdienstes aus und versuchen, einander zun├Ąchst misstrauisch be├Ąugend, eine bessere Zukunft f├╝r Midway anzustreben. Zwar ist die gegenseitige Vorsicht deutlich, doch nur gemeinsam k├Ânnen sie nicht nur ihr ├ťberleben, sondern das Wohl der Bev├Âlkerung Midways sichern.

Als Erstes muss ihre doch arg gebeutelte Flotte verst├Ąrkt werden. Zwei Expeditionen, jeweils von einem der beiden Anf├╝hrer begleitet, soll hier Abhilfe durch Kaperung von im Bau befindlichen Schlachtschiffen aus Nachbarsystemen bringen. Werden die riskanten Unternehmen gelingen und k├Ânnen die beiden Anf├╝hrer ihr gegenseitiges Misstrauen zum Wohle der Zukunft ihres Planetensystems ├╝berwinden ÔÇô das wissen nicht einmal die Ahnen ÔÇŽ


Nachdem Campbell neun Romane um den von den Toten zur├╝ckgekehrten Admiral Black Jack Geary vorgelegt hat, war es Zeit f├╝r eine Z├Ąsur.
Statt sich aber eine ganz neue B├╝hne f├╝r sein Garn, das er versiert und routiniert zu spinnen weiss zu suchen, nutzt Campbell die eingef├╝hrte Welt um uns einmal von der anderen Seite zu berichten. Anstatt also weiterhin den Flottenangeh├Ârigen der Allianz zu folgen, verschiebt sich vorliegend der Fokus zu dem Gegner, dem Syndikat. Und hier zeichnet der Autor das Bild eines perfekten ├ťberwachungsstaats, in dem Jeder nur das eigene ├ťberleben und die Karriere um jeden Preis im Sinn hat. Ellenbogen sind gefragt, jede Schw├Ąche der Vorgesetzten wird mitleidlos ausgenutzt, die Untergebenen als S├╝ndenb├Âcke missbraucht, nur um voranzukommen.
Diese Welt scheint erschreckend real, zumal sie ein sicherlich ├╝berspitztes, aber dennoch verbl├╝ffend bekanntes Bild unserer modernen Leistungsgesellschaft widerspiegelt.

Mit hineingewoben hat der Autor dann Gedanken ├╝ber die pers├Ânliche Freiheit, ├╝ber Verantwortung, der politisch F├╝hrenden und verantwortliche Gener├Ąle f├╝r die ihnen unterstellten und anvertrauten Menschen haben ÔÇô sollten. Das verleiht dem Roman eine gewissen Tiefe, ohne dass die Action zu kurz kommen w├╝rde.

Allerdings muss der Leser auf die gro├čen Schlachtengem├Ąlde, bei denen riesige Flotten aufeinandertreffen vorliegend verzichten. Statt dessen nehmen Intrigen und Geheimnisse einen deutlich dominierenderen Platz ein als von den Geary Romanen gewohnt.

Auch wenn das Schicksal Midways, und damit der grobe Handlungsrahmen aus den Geary Titeln bekannt ist liest sich das Buch spannend und kurzweilig, weckt das Interesse, wie es wohl im System und mit den beiden Hauptprotagonisten weitergehen wird.

Jack Campbell: Die verlorenen Sterne 01: Der Ritter.
Bastei L├╝bbe, April 2014.
512 Seiten, Taschenbuch, 8,99 Euro.

Carsten Kuhr

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