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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Lyndsay Faye: Die EntfĂŒhrung der Delia Wright
Jetzt bestellen bei amazon.de! Tim Wilde ist zurĂŒck. Immer noch in der neugegrĂŒndeten New Yorker Polizeitruppe, immer noch mit einem Bruder geschlagen und immer noch mit dem Herz am rechten Fleck. Leider wurde das Herz bereits gebrochen und daran leidet er sehr.

Im zweiten Band, der recht zielstrebig auf eine Fortsetzung im BĂŒrgerkrieg hinzusteuern scheint - noch sind wir im Jahr 1846 - , ist dem Norden die Sklavereifrage noch nicht schwerwiegend genug, um sich mit dem SĂŒden zu zerstreiten. Zwar haben Schwarze grundsĂ€tzlich das Recht zur Freiheit, aber auch in New York gibst es SklavenjĂ€ger, die den Plantagenbesitzern im SĂŒden ihr Eigentum zurĂŒckbringen. Nicht alle davon sind seriös.

Lucy, ihre Schwester Delia und ihr kleiner Sohn geraten ins Visier eines solchen unseriösen SklavenhĂ€ndlers. Dieser möchte sie, ungeachtet ihrer Freiheitsbriefe, in den SĂŒden verschleppen um sie dort zu verkaufen. Die Drei erhalten eine Nacht Asyl in der Wohnung von Tims Bruder Val. Als Tim am nĂ€chsten Morgen nach ihnen sehen will, sind Delia und das Kind verschwunden, Lucy liegt tot auf Vals Bett. Tim lĂ€sst die Leiche verschwinden, um seinen Bruder vor Schwierigkeiten zu bewahren und macht sich auf die Suche nach Delia.

Lindsay Faye lÀsst Tim in der Ich-Form erzÀhlen und schafft dabei wunderschöne Innenansichten eines wirklich tollen Protagonisten. Tim ist ein ewiger Zweifler an sich selbst, aber wenn es darauf ankommt, kann er die Dinge in die Hand nehmen. Wo es ihm möglich ist, hilft er, wo es nicht geht, versucht er es zumindest.

Herrlich beschrieben auch Tims instinktive Abneigung gegen die Partei, vor allem als klar wird, dass man sich natĂŒrlich gegen die Sklaverei ausspricht, aber bitte doch gemĂ€ĂŸigt und nicht zu laut und im ĂŒbrigen deswegen doch bitte noch lange nicht mit Schwarzen paktieren möchte.

Alle Beteiligten haben einen sauber ausgearbeiteten Charakter, der zu der Zeit und den UmstĂ€nden passt, deswegen sind die Romane um Tim Wilde und die New Yorker Polizei so rund und können auch dann noch faszinieren, wenn es um Geschehnisse außerhalb von Tims Einfluss geht. Kein Charakter ist eindeutig genug, um langweilig zu sein und vorhersehbar sind allenfalls die Bösen. Denn so neu die New Yorker Polizeitruppe auch ist, Korruption haben sie schon gelernt.

Fazit: Sehr gut zu lesender historischer Roman, der richtig Lust auf mehr macht.

Lyndsay Faye: Die EntfĂŒhrung der Delia Wright.
dtv, MĂ€rz 2015.
464 Seiten, Taschenbuch, 14,90 Euro.

Regina Lindemann

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