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Wo ist die Grenze zwischen Pornografie und Erotik? Die 30 scharfen Geschichten in diesem Buch wandeln auf dem schmalen Grat.
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Pierre Lemaitre: Wir sehen uns dort oben
Jetzt bestellen bei amazon.de! Es gibt B├╝cher, die der Leser als wahren Gl├╝cksfall in der Literatur empfindet. Nach vielen Stunden kurzweiliger Lekt├╝re, gepaart mit echter Anteilnahme, Spannung und Mitgef├╝hl ist der Schlusspunkt vielmehr als nur das Ende eines Romans.
Der Autor Pierre Lemaitre hat in seinem wunderbaren Roman ÔÇ×Wir sehen uns dort obenÔÇť eine aberwitzige Geschichte zum Leben erweckt, die so verr├╝ckt klingt, dass sie schon wieder wahr sein k├Ânnte:
Das Schicksal dreier M├Ąnner wird kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges an der Front verwoben. Da sind auf der einen Seite Albert und ├ëdouard, die wie ihre kampfesm├╝den Kameraden nur noch ├╝berleben wollen.
Auf der anderen Seite steht der von allen gehasste Leutnant Pradelle, ein verarmter junger Adeliger, der um jeden Preis Karriere machen muss. Er behauptet, f├╝r die soeben get├Âteten zwei Kameraden seien die ÔÇ×BochesÔÇť verantwortlich. Dank des spontanen Rachefeldzuges erobert Pradelle ein verloren geglaubtes Gebiet und sichert sich gleichzeitig seine Bef├Ârderung.
Beim Angriff entdeckt Albert, dass die beiden Kameraden hinterr├╝cks erschossen worden sind und verd├Ąchtigt den unbeliebten Leutnant. Albert wird daraufhin von Pradelle in einen Krater gesto├čen, der kurz darauf von einer Explosion versch├╝ttet wird. ├ëdouard wiederum liegt angeschossen in der N├Ąhe und kann Albert so gerade noch vor dem Erstickungstod retten. Daf├╝r zerst├Ârt ein gro├čer Granatsplitter sein Gesicht. Die beiden landen in einem provisorischen Krankenhaus und warten auf ihren Abtransport, w├Ąhrend Pradelle alles versucht, seine unliebsamen Zeugen mundtot zu machen.
Endlich ist der Krieg vorbei, und allgegenw├Ąrtig sind Wiederaufbau, Trauer und die vom Krieg Gezeichneten. Vor diesem brodelnden Hintergrund k├Ąmpfen die drei Kontrahenten f├╝r ihre ganz pers├Ânlichen Ziele: Pradelle will mehrfacher Million├Ąr werden; ├ëdouard plant den Verkauf von Denkm├Ąlern, die es nicht gibt, w├Ąhrend der mittellose traumatisierte Albert von einem normalen Familienleben tr├Ąumt. Dass jeder von ihnen unz├Ąhlige Hindernisse ├╝berwinden muss, versteht sich von selbst.
F├╝r seinen Roman erhielt Pierre Lemaitre unter anderem den Prix Goncourt. Zu Recht.

Pierre Lemaitre: Wir sehen uns dort oben.
Klett-Cotta, Dezember 2014.
521 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,95 Euro.

Sabine Bovenkerk-MŘller

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