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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen (1931/32)
Jetzt bestellen bei amazon.de! Doris lebt in einer ‚Äěmittleren Stadt‚Äú, kommt aus ‚Äěeinem Rheinland mit Industrie‚Äú und arbeitet als Sekret√§rin einer Rechtsanwaltskanzlei. Die Arbeit und ihr Umfeld langweilen sie zu Tode, sie will mehr vom Leben, sie will ‚Äěein Glanz‚Äú werden. Deswegen macht sie sich nach einer kurzen Stippvisite im heimischen Theater auf nach Berlin zur gro√üen Schauspielkarriere. Aber es l√§uft nicht alles so, wie sie sich das vorstellt. Berlin hat nicht auf die kleine Sekret√§rin mit den gro√üen Ambitionen gewartet und so geht ihr immer wieder das Geld aus. Sie l√§sst sich von mehr oder minder fremden M√§nnern einladen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu k√∂nnen.
Irmgard Keun hat den Roman in Form von Doris Tagebuch angelegt, sodass wir Doris Enthusiasmus, aber auch ihre Selbstzweifel unmittelbar miterleben. Doris ist das naive Kleinstadtm√§dchen, dass vergeblich versucht gut zu bleiben in der kalten Stadt und trotzdem erfolgreich im Sinne von prominent zu werden. In ihrem Tagebuch finden sich beredte L√ľcken, Andeutungen, bei denen man den Eindruck gewinnt: Hier hat sie etwas getan, √ľber das sie lieber nicht ausf√ľhrlich spricht, nicht einmal vor sich selbst. Sie ist naiv, aber auch voller Witz und manchmal kluger Gedanken. Schon, wenn man liest, was sie √ľber ihr Leben in der Kleinstadt res√ľmiert, wird klar, dass sie in Berlin scheitern muss. Die Gro√üstadt tritt als Moloch auf, voller Menschen, denen Doris Schicksal gleichg√ľltig ist. Deswegen wird ihr Wunsch, ein Glanz zu werden immer gr√∂√üer. Sie will allen zeigen, was sie wert ist und glaubt diese Wertsch√§tzung allein durch Erfolg erreichen zu k√∂nnen. Wenn sie erst ein Glanz ist, ist es egal, dass sie nicht wei√ü was hochtrabend klingende W√∂rter bedeuten, dann wird niemand mehr √ľber sie lachen. So denkt sie und so verspricht die gl√§nzende Filmindustrie es ihr jeden Tag. Bis sie selber glaubt, ohne Glanz nichts mehr wert zu sein.

Die Sprache des Romans ist brillant in ihrer Naivit√§t. Doris bringt ihre Beobachtungen ebenso einfach wie pointiert an. Erz√§hlt wird, was f√ľr sie wichtig ist. Das wirft interessante Lichter auf das Berlin der 30er Jahre. Manchmal ist es auf eine unertr√§gliche Weise eindeutig, was ihr als N√§chstes passieren wird, man m√∂chte ihr zurufen. ‚ÄěLass es!‚Äú und kann ihr doch nur zuh√∂ren, wie sie ihr Verhalten vor sich selbst und uns doch noch irgendwie rechtfertigt.
Die Geschichte eines M√§dchens, das aus dem Staub der B√ľroarbeit irgendwie auf die gro√üe B√ľhne m√∂chte und was ihr dabei passiert. Ich w√ľrde nicht behaupten, dass das Thema nichts mit unserer Gegenwart zu tun hat.



Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen (1931/32).
List, 2001.
218 Seiten, Taschenbuch, 7,95 Seiten.

Regina Lindemann

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