Mainhattan Moments
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Susanne Ruitenberg und Julia Breiten├Âder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Oliver Plaschka: Fairwater oder die Spiegel des Herrn Bartholomew
Jetzt bestellen bei amazon.de! Dieser Roman ist anders, das ist die beste Beschreibung.
Er spielt in Fairwater, das (fiktive) Venedig Marylands mit seinen dunklen Kan├Ąlen, alten Fabriken und ├╝ber zweihundert Br├╝cken, das auf keiner Karte zu finden ist.
Es gibt keine durchgehende Hauptfigur (au├čer vielleicht, man sieht Fairwater selbst als die Hauptfigur an).
In sieben nicht chronologisch erz├Ąhlten Kapiteln aus der Sicht von sieben unterschiedlichen Protagonisten pr├Ąsentiert uns der Autor die Geschichte gleichsam in Puzzleteilen.
Den Anfang macht Gloria, eine Reporterin, als Kind in Fairwater aufgewachsen. Heute kommt sie in den Ort zur├╝ck, weil ein Freund beerdigt wird. Sofort wird sie in sehr unerkl├Ąrliche Ereignisse verstrickt. Der Leser wie auch die Reporterin werden mit Fragen fast bombardiert: Wer ist f├╝r die Mordserie verantwortlich und wie kam der M├Ârder in verschlossene R├Ąume? Was wird wirklich in den Lifelight-Fabriken hergestellt? Wer sind die Regendunklen, die Gloria angegriffen haben? Was ist mit Stella, der schlafenden Prinzessin und warum fand man sie eines Tages in den Tr├╝mmern eines Spiegels? Ist Marvin, f├╝r den ein leerer Sarg beerdigt wird, wirklich tot?

Es gibt eine Menge Personen in dem Buch, allesamt skurrile Charaktere (der Autor f├╝gt netterweise eine Liste der Dramatis Personae am Ende des Buches ein). Zum Beispiel Lucia, die Zofe, die langsam aber sicher verr├╝ckt wird beim Betrachten ihres Spiegels, oder Salomon Carter, der praktisch in der Bibliothek lebt und Mysterien sammelt, oder Lysander, der verst├Ârende J├╝ngling mit den vielen Gesichtern.
Die Puzzleteilchen, die sie dem Leser offenbaren, sind phantastisch, verst├Ârend, beklemmend. Ob man sie beim Lesen richtig zusammengesetzt hat, kann man am Ende anhand einer Chronik ├╝berpr├╝fen.

In einer ungew├Âhnlich reichen, literarischen Sprache mit sehr vielen Zitaten aus Gedichten und Liedtexten erz├Ąhlt (diese allerdings auf Englisch und ohne die Beherrschung der englischen Sprache wird man den Roman nicht lesen und verstehen k├Ânnen), l├Ądt das Buch dazu ein, sich intensive Gedanken ├╝ber die Lekt├╝re zu machen. Das ist kein literarisches Fast-Food f├╝r zwischendurch, sondern ein Roman, der einem bei jedem Lesen neue Aspekte offenbaren wird.
Eine kleine Warnung sei hier angebracht: Es k├Ânnte sein, dass Sie nach der Lekt├╝re Ihre Spiegel mit anderen Augen betrachten werden.

Oliver Plaschka: Fairwater oder die Spiegel des Herrn Bartholomew.
Verlag Feder und Schwert, Oktober 2007.
464 Seiten, Taschenbuch, 12,95 Euro.

Susanne Ruitenberg

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