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Joan Sales: FlĂŒchtiger Glanz (1956)
Jetzt bestellen bei amazon.de! Der Hanser-Verlag traut sich in diesem Herbst an einen 570-Seiten-WĂ€lzer, der ihm womöglich nicht die ganz hohen Auflagenzahlen bescheren wird, ist sein vordergrĂŒndiges Thema – der spanische BĂŒrgerkrieg – doch mittlerweile arg weit weg, zumal fĂŒr deutsche Leser: Joan Sales‘ „FlĂŒchtiger Glanz“.

Und doch gilt gerade dieses Werk, das im katalanischen Original zuerst 1956 erschienen ist, und nun also endlich auf Deutsch vorliegt, vielen Literaturkennern als einer der wichtigsten Romane des 20. Jahrhunderts. Zum einen verleiht er der in diesem Krieg unterlegenen republikanischen Seite erstmals eine Stimme, zum anderen ist der Krieg ĂŒber weite Strecken lediglich Hintergrund-Kulisse. Im Vordergrund stehen die Sucht nach Leben, die Suche nach Sinn und die GefĂŒhle der vier Hauptfiguren, die gerade erst dem Jugendalter entwachsen sind. Der grausame Krieg auf der einen Seite, die intensiven und berauschenden Natur- und Liebeserfahrungen dieser jungen Helden auf der anderen Seiten bilden im Buch einen starken Kontrast.

„FlĂŒchtiger Glanz“ gliedert sich in drei große Kapitel. Das erste besteht aus den Briefen, die LluĂ­s seinem Bruder Ramon schreibt. LluĂ­s sitzt an einer sogenannten „toten Front“, an der sich die Soldaten vor allem langweilen und die Zeit mit vielen seltsamen AktivitĂ€ten totschlagen. Außerdem verliebt er sich in eine zwielichtige Schlossherrin.

Auch der zweite Teil besteht aus Briefen. Lluís‘ Frau Trini, die sich in Barcelona nach ihrem Mann sehnt, schreibt ihrem Bekannten Soleràs. Und im dritten Teil erinnert sich der Priesterseminarist Cruells an die Geschehnisse im Krieg.

Mit den Lesegewohnheiten von heute wirkt „FlĂŒchtiger Glanz“ möglicherweise an einigen Stellen etwas gedehnt – besonders im Mittelteil – und man hĂ€tte sich die eine oder andere KĂŒrzung gewĂŒnscht. Insgesamt jedoch bietet dieser Text auch heute noch interessanten Lesestoff.

Joan Sales: FlĂŒchtiger Glanz (1956).
Hanser, September 2015.
576 Seiten, Gebundene Ausgabe, 26 Euro.

Andreas Schröter

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