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Hjorth & Rosenfeldt : Die Menschen, die es nicht verdienen, gelesen von Douglas Welbat
Jetzt bestellen bei amazon.de! Sie hatten ihre 15 Minuten Ruhm, manchmal mehr. Das ist die Gemeinsamkeit der ersten Opfer eines neuen Serienm├Ârders. Und sie hatten ihren Ruhm mehr oder weniger - sagen wir mal zuf├Ąllig. Sie sind Stars von verg├Ąnglichen Doku-Soaps oder anderen seltsamen Formaten und haben es in der Welt des schnelllebigen Internets zu gewisser Ber├╝hmtheit gebracht. Ob sie daf├╝r etwas getan haben, dar├╝ber l├Ąsst sich vermutlich trefflich disputieren, der T├Ąter findet jedenfalls, dass sie Geld und Ruhm nicht verdient h├Ątten. Sie bekomme noch eine Chance von 60 Fragen, von denen sie 20 richtig beantworten m├╝ssen, um zu ├╝berleben. Was soll man sagen, die ersten Opfer haben es nicht geschafft.

Die Krimistory an sich ist sehr gut, sehr aktuell und wird vielen Lesern (ja, gerade Lesern) und H├Ârern aus dem Herzen sprechen. Auch die Steigerung der Opfer vom Darsteller bis hin zum Drahtzieher ist logisch nachvollziehbar. Die Stimme von Douglas Welbat passt sehr gut zu der d├╝steren nordischen Stimmung.

Aber ..., ja es gibt ein aber. Auch wenn ich es eigentlich begr├╝sse, wenn in einer Reihe die Ermittler nach und nach eine Geschichte bekommen, macht es doch keinen Sinn, wenn sie sich im Laufe der Reihe v├Âllig sinnlos um 180 Grad drehen. Die Figur des Sebastian Bergman war deswegen so stark, weil er ein bl├Âdes Arschloch war, das in einem winzigen Bereich seines Lebens pl├Âtzlich doch so etwas wie menschliche Gef├╝hle entdeckte und damit so gar nicht umgehen konnte, eben mit seiner Tochter Vanja. Und Vanja war die Top-Polizistin, die ihr Privatleben peinlich privat hielt. In diesem Roman funktioniert das aber nicht mehr. Zum einen bekommt jetzt anscheinend jedes Mitglied des Teams der Reichsmordkommission einen Sack Probleme angeschrieben und das ├╝berfrachtet einen Krimi einfach. Zum anderen ist es zwar sch├Ân, wenn sich Protagonisten weiterentwickeln, aber sie k├Ânnen sich doch nicht einfach mal so komplett ver├Ąndern. Vanja scheint alles vergessen zu haben, was sie ├╝ber professionelle Polizeiarbeit jemals gelernt hat und Sebastian mutiert fast zum Menschenfreund. Das nimmt der geneigte Leser ├╝bel, vor allem, wenn die Motivation nicht wirklich erkennbar ist.

Auch wenn der Cliffhanger wirklich gespannt auf den Folgeband macht: Ich hoffe, dass dann die Protagonisten wieder zu alter Form auflaufen.

Hjorth & Rosenfeldt : Die Menschen, die es nicht verdienen, gelesen von Douglas Welbat.
Audiobuch-Verlag, September 2015.
6 CDs, 19,95 Euro.

Regina Lindemann

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