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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Michael M. Thurner: König in Ketten
Jetzt bestellen bei amazon.de! Das ganze Königreich ist süchtig! Schon die Neugeborenen bekommen eine Prise Cardym auf das Tuch an dem sie nuckeln, jeder Speise wird die Droge beigemischt, entsprechend gering ist die Lebensdauer der Untertanen ihrer fetten Majestät.

Schaut man einmal genauer hin, so hat nicht etwa der fette Mann auf seinem Thron die Zügel im Königreich in der Hand. Die Dunklen Herren, die Notisten und nicht zuletzt der Hofkanzlist ziehen im Hintergrund ihre Strippen, intrigieren, verraten und suchen ihre Ziele mit allen legalen wie illegalen Mitteln zu erreichen.

In dieser Welt wird ein junger Mann, dessen Jähzorn schon legendär ist, für Majestätsbeleidigung zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt.

Darne, der die Kunst der Töten gelernt hat, wird nach Norden deportiert. Schon auf dem Weg ins karge, unwirtliche Hochland sterben viele seiner Leidensgenossen, aus dem Lager gibt es nur ein Entkommen – die Füße voraus und mausetot.

Doch selbst hier, kann unser Rebell seinen vorlauten Mund nicht halten – was ihm einen Einsatz in den Stollen unterhalb des Gebirges einbringt.
Hier, an dem Ort an dem der Reichtum des Königreichs geschöpft wird, versucht er wild entschlossen zu fliehen – und wird immer wieder von einer der Agentinnen des Herrschers ertappt.

Jetzt erst recht, will er doch sein im Suff genanntes Ziel, den Fetten vom Thron zu stoßen und sich selbst als Herrscher einzusetzen wahrmachen …


Der in Wien ansässige Michael Marcus Thurner ist nun wahrlich kein Unbekannter. Der Leser phantastischer Literatur kennt und schätzt den Autor für seine Mitarbeit bei Maddrax, Coco Zamis und Perry Rhodan.
Bei Heyne erschien ein SF Roman, Blanvalet legte vor dem vorliegenden Werk zwei High Fantasy Titel von ihm auf, die allgemein auf Zustimmung stießen.

Eigentlich nahm ich an, dass er der Welt des „Gottbettlers“ treu bleiben würde, doch statt einfach eine weitere Geschichte in bekanntem Umfeld zu präsentieren, erdachte Thurner sich fluchs ein neues Spielfeld.

Und was ist dies für eine Welt – ein Reich, in dem alle Untertanen drogensüchtig sind, das ist schon etwas Besonderes!

Besiedelt wurde dieses Reich von Figuren, die mehr oder wenig nur ihr eigenes Wohl im Sinn haben.
Zwar bleibt das Augenmerk in besonderem Masse auf Darne gerichtet, doch in kurzen, immer wieder eingeschobenen Kapiteln dürfen auch der Hofkanzlist, die Agentin und der fette Mann ins Zentrum der Bühne rücken.

Auf diese Weise gelingt es Thurner dem Leser ein auch in Details sehr umfassendes Bild seiner Welt und deren Gefüge zu vermitteln.
Anzumerken ist dabei, dass es der Autor seinen Leser nicht unbedingt leicht macht.
Ähnlich wie in dem „Gottbettler“ und dessen Fortsetzung „Der unrechte Wanderer“ sind seine Protagonisten keine angenehmen Helden. Sie fehlen oft, sind impulsiv, aufbrausend, dickköpfig und machen – viele – Fehler. Das sind Unsympathen, aber vielleicht gerade deshalb interessante Charaktere über die wir mehr wissen wollen. Was treibt sie an – mal abgesehen von Habgier und Geltungssucht – wie wurden sie zu den Wesen, als die wir sie kennen lernen, was wollen sie erreichen, was motiviert sie. Alles Fragen, auf die der Leser sich seine Antworten erarbeiten, suchen muss, die aber gerade deshalb um so befriedigender und überzeugender ausfallen.
So manches Mal hätte ich Darne am liebsten einen Tritt in seinen Allerwertesten gegeben, wenn er wieder einmal ohne nachzudenken handelt, hätte dem Hofkanzlisten am liebsten in einen Kerker verbannt oder gleich abserviert.

So ist dies auch ein Roman, der sich inhaltlich eher an einen Joe Abercrombie anlehnt, als dass er uns mit dem Motiv des guten Helden verwöhnt, sicherlich nicht Jedermanns Geschmack, aber eine Erzählung, die mit überzeugenden Figuren punktet und uns eine sehr interessante Welt vorstellt.

Michael M. Thurner: König in Ketten.
Blanvalet, Dezember 2015.
512 Seiten, Taschenbuch, 13,99 Euro.

Carsten Kuhr

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