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Peggy Wehmeier zeigt in diesem Buch, dass Märchen für kleine und große Leute interessant sein können - und dass sich auch schwere Inhalte wie der Tod für Kinder verstehbar machen lassen.
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Roderick Anscombe: Hinterhältig
Jetzt bestellen bei amazon.de! Nicht nur, dass Dr. Paul Lucas sich alltäglich mit psychisch kranken Tätern herumschlagen muss – auch vor privaten Problemen bleibt der Psychiater nicht verschont. Vor einigen Monaten ist sein Sohn Adrian bei einem Autounfall ums Leben gekommen – er und seine Frau Abby haben seinen Tod bis heute nicht überwunden. Als wäre das nicht schon genug an Problemen, muss sich Lucas bald mit dem superreichen Elitestudenten Craig Cavanaugh herumschlagen. Der Stalker hat eine Professorin einst trotz einer eindeutigen Zurückweisung verfolgt und bedrängt.

Doch bald muss Paul einsehen, dass es in dem Fall gar nicht mehr nur um die von Cavanaugh bedrängte Natalie geht, sondern dass auch er und seine Frau immer tiefer in das Geschehen verstrickt werden als sich Paul je ausgemalt hätte: Kann es sein, dass dieser bei ihm eingebrochen ist? Schließlich findet sich der Psychiater in einer teuflischen Intrige wieder …

Muss es unbedingt Spannung mit der Holzhammer-Methode sein?

„Der hinterhältigste Thriller des Frühjahrs“: Mit diesen Worten wird Roderick Anscombes Roman in einem Gewinnspiel des Droemer-Knaur-Verlags angepriesen – und betrachtet man sich den Psychothriller so, möchte man dieser Aussage zustimmen, denn uninteressant klingt die Story nun wirklich nicht.

In der Realität sieht das leider nicht ganz so prickelnd aus. Vorweg lässt sich festhalten, dass man dem Autor seine Tätigkeit als Gerichtspsychiater und Professor für Psychiatrie durchaus anmerkt, findet man in „Hinterhältig“ doch recht viel psychologisches Hintergrundwissen. Leider ist diese Vermittlung des psychologischen Sachverstandes nicht sonderlich gelungen, da sich hier etliche Längen finden, die weder spannend sind noch allzu viel mit der Story zu tun haben.

Und gerade besagter Plot ist es leider, der für ein 400-Seiten-Buch viel zu dünn geraten ist, denn die ersten zweihundert Seiten lang passiert im Prinzip nicht wirklich viel von Belang: Paul Lucas hört sich die Stalking-Geschichte aus Sicht des Opfers Natalie und aus Sicht von Stalker Craig an, führt mit Vorgesetzten und Kollegen spannungslose und uninteressante Gespräche, die für die Handlung kaum von Interesse sind und gibt dem Leser ein umfassendes Bild über seine privaten Probleme, ausgelöst durch den Tod des Sohnes.

So etwas wie Spannung kommt leider die ganze Zeit über nicht auf – stattdessen lässt uns der Autor an seinem profunden Psychologie-Wissen mittels Protagonist Paul teilhaben, das jedoch derart spannungsarm rübergebracht wird, dass man das Buch am liebsten aus der Hand legen möchte. Endlose innere Monologe der Hauptfigur, ausgewalzte Dialoge und mangelndes bis nicht vorhandenes Tempo ziehen die brotpapierdünne Geschichte derart in die Länge, dass einem die Lust am Lesen vergeht.

Da kann auch das Ende nichts mehr rausreißen, denn gerade ca. 100-150 Seiten vor Schluss stellt sich dem Leser die Frage: Wovon soll der Rest des Romans eigentlich handeln? Von dem psychopathischen Stalker und seinem Opfer oder von den uninteressanten privaten Querelen im Leben von Paul Lucas, die mittlerweile derart ausgetreten sind, dass eine kleine Wendung nur noch extrem bemüht wirkt?

Das Dilemma hierbei ist aber: Selbst wenn mal eine der viel zu dünn gesäten Wendungen tatsächlich im Begriff ist, den Leser zu überraschen, wird sie von Roderick Anscombes zähem Stil förmlich zu Tode geschrieben. Im Klartext bedeutet das: Selbst wenn man „Hinterhältig“ um ca. 250 Seiten gekürzt und die übrig gebliebenen Passagen weitaus temporeicher erzählt hätte, wäre noch immer eine platte Story dabei herausgekommen, denn der Plot zu „Hinterhältig“ ist schlicht und ergreifend zu dünn, als dass man daraus einen fesselnden Roman produzieren könnte. Da müsste man schon das gesamte Handlungsgerüst von Grund auf verändern.

Fazit: Ein haarsträubendes Machwerk, um das man selbst bei dem inzwischen vergleichsweise recht günstigen Preis von 7,95 € einen weiten Bogen machen sollte. Es gibt einfach Geschichten, die nicht für ein ganzes Buch taugen, schon gar nicht für mehr als 400 Seiten. Muss es denn unbedingt Spannung mit der Brechstange sein?

Roderick Anscombe: Hinterhältig.
Droemer Knaur, April 2008.
416 Seiten, Taschenbuch, 7,95 Euro.

Martin Palm

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