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James A. Sullivan: Chrysaor
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Nun, Raumschiffe, die einander bek├Ąmpfen kommen, dank des Booms der Military-SF gut, dazu Raumpiraten, das Erbe einer untergegangenen Alien-Hochkultur, einander misstrauisch be├Ąugenden Konzerne, Verr├Ąter und Despoten, Psychopathen und Helden d├╝rfen nat├╝rlich auch nicht fehlen.

All diese Ingredienzien warten in James A. Sullivans erstem SF Roman auf den Leser.
Bislang war der Autor vornehmlich in L├Ąndern der spitzohrigen Elfen unterwegs, jetzt hat er seine erste Space Opera vorgelegt ÔÇô und, um dies vorweg zu nehmen, er hat einen tollen, mitrei├čenden Romane verfasst.

Doch beginnen wir am Anfang.

Die Menschheit hat, Dank Hyperraum-Sprungtoren die Galaxis erobert. Vor einigen Jahrhunderten allerdings haben die Menschen einen herben R├╝ckschlag hinnehmen m├╝ssen. Die KIs, deren Entwicklung f├╝r Wohlstand, Gesundheit und Fortschritt standen, haben sich von der Menschheit abgewandt und sind in den Weiten des Alls verschwunden. Seitdem stagniert der technische Fortschritt. Die gro├čen Konzerne halten mehr oder minder m├╝hsam den Status Quo aufrecht, aggressive Kolonien, wie die militanten Bewohner des Uranos Systems setzen ihre Machtgel├╝ste mittels Waffengewalt durch.

Dies muss auch der Pilot Chris am eigenen Leib schmerzhaft erleben.
Seine Heimat, die Raumstation Ianthe-3 wird von ihnen angegriffen und vernichtet. Er selbst kann buchst├Ąblich in letzter Sekunde mit einem Piraten und Schmuggler fliehen. Dabei weiss er noch nicht, dass die Utanosier eigentlich hinter ihm her waren. Als Waisenkind auf Ianthe-3 ausgesetzt ahnt er nicht, dass in seinen Genen der Zugang zum Erbe einer technologisch weit ├╝berlegenen, verschollenen Hochkultur liegt.

Verfolgt von den Uranoiden und unterst├╝tzt von Rebellen kommt es auf Chrysaor zum gro├čen Show-Down um das Erbe der Njados und der Zukunft der Menschheit ÔÇŽ


James A. Sullivan macht in diesem Roman alles richtig. Zun├Ąchst f├╝hrt er nach und nach seine handlungsrelevanten Personen ein, stattet diese mit einer glaubhaften Historie aus, baut Geheimnisse und Beziehungen ein und positioniert seine Antagonisten.

Zu Beginn der Romans konzentriert er sich fast g├Ąnzlich auf Chris, den Piraten und ihren Verfolger, den psychopathischen General der Utanosier. Warum dieser Chris mit aller Macht verfolgt, das Erbe der Njados wird hier noch nicht angesprochen, bleibt allerdings vorerst r├Ątselhaft. Im Zentrum steht hier die spannend aufgezogene Verfolgungsjagd der milit├Ąrisch weit ├╝berlegenen Utanosier nach Chris und seinen Verb├╝ndeten.
Dass der General selbst verraten wird, f├╝hrt dazu, dass die Angelegenheit f├╝r den Karrieristen noch pers├Ânlicher wird. Hier erwartet den Rezipienten eine interessante, eindeutig negativ besetzte Figur, die als gro├čer Gegner die Handlung vorantreibt.

Erst aber der zweiten H├Ąlfte des Romans kommt dann Chrysaor und das auf dem Planeten verborgene technologische Erbe ins Spiel.
Hier hat der Autor viel Flair in seinen Plot einflie├čen lassen, schildert uns nicht nur packende Raumschlachten, Kommandounternehmen sondern auch das Bild von verlassenen Bauten und Maschinen, die allem Bekannten weit ├╝berlegen sind und scheinbar nur auf ihre Entdecker warten. Hier spielt der Autor geschickt mit der nachvollziehbaren Goldgr├Ąberstimmung, wei├č aber auch die Relikte als fremd und mysteri├Âs zu beschreiben.

Das haben wir zwar so ├Ąhnlich in unterschiedlichen Romanen schon gelesen, doch die Mischung, die uns Sullivan pr├Ąsentiert, sie wirkt frisch und in sich stimmig.

Immer wieder wechseln sich temporeiche Szenen mit Passagen ab, in denen die Charaktere beleuchtet und entwickelt werden, in denen auch so manches Mal Zeit f├╝r philosophische Gedanken bleibt.

So pr├Ąsentiert sich mit dem Band ein Buch, das den Vergleich zu modernen Space Opera Titeln nicht scheuen braucht, der bestens unterh├Ąlt und Appetit auf mehr weckt.

James A. Sullivan: Chrysaor.
Piper, M├Ąrz 2016.
512 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Carsten Kuhr

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