Madrigal für einen Mörder
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Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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William Shakespeare: Das Wintermärchen (1623)
Jetzt bestellen bei amazon.de! Das Wintermärchen - irgendwie ein bisschen Dramatik, aber nicht so drastisch tragisch wie der King Lear, mit seinen Verfolgungsjagden in den letzten Akten und der Auflösung irgendwie lustig, aber nicht annähernd so leichtfertig und verspielt wie Ein Mittsommernachtstraum und auch irgendwie in seiner Figurenwahl ein bisschen historisch, aber dann doch nicht so sehr wie ein Henry V.
Shakespeare = Tragödie, Komödie oder Historie – die verbreitete Ansicht, die längere Zeit auch die Literaturforschung teilte und die Das Wintermärchen daraufhin kurzerhand in die Komödiensparte sortierte. Aber irgendwie wollte das dann doch nicht so wirklich auf die Thematik passen...

Leontes, König Siziliens, unterstellt seiner Frau Hermione, ihn mit Freund Polixenes, seines Zeichens König von Böhmen, betrogen zu haben. Den vermeintlichen Widersacher will Leontes vergiften lassen (scheitert aber an der Untreue des „Vergifters“ Lord Camillo), seine vermeintlich untreue, schwangere Frau wirft er in den Kerker und verurteilt sie, nachdem sie dort das Mädchen Perdita geboren hat, das Leontes nicht als seines anerkennt, zum Tode. Hermione ist jedoch unschuldig und das um Hilfe befragte Orakel von Delphi bestätigt es, doch da ist es schon zu spät – Hermione bricht vor Schreck und Schmach und überhaupt tot zusammen, der Thronfolger Maximillius folgt ihr nach und Perdita, die letzte Erbin des Königreiches, ist bereits in der Wildnis ausgesetzt. Vorhang zu.
Und Vorhang wieder auf und sechzehn Jahre sind vergangen – Leontes hat jeden Tag Frau und Sohn und sein falsches Verhalten beweint, Perdita – unvermeidlich lebendig – lebt als angenommene Tochter des Schäfers, der sie gefunden und aufgenommen hat, in Böhmen als Schäferin und ist liebestechnisch mit dem Spross Polixenens, Königssohn Florizel verbunden, welcher seine Liebe auf Grund ihres „mangelnden Standes“ jedoch vor seinem Vater verheimlicht. Als Florizel seine Perdita, die (noch) nichts von ihrem königlichen Blute weiß, auf einem Fest der Schäfer heiraten will, vereitelt der ebenfalls anwesende, aber verkleidete König Polixenes dieses Unterfangen und das Liebespaar muss flüchten. Sie flüchten nach... na, klar, Sizilien, Polixenes, mehr oder weniger vor Wut schäumend, folgt ihnen... und Shakespeare wäre nicht Shakespeare, wenn er - vor dem Happy End (und das war unter anderem ein Grund für die Einordnung dieses Textes als Komödie) - nicht noch ein paar Haken schlüge. Vermeintlich Tote entpuppen sich als doch nicht arg so tot und die Art und Weise auf die sie „auferstehen“ - Shakespeare at his best.

Shakespeares Romanze (oder auch „problem play“) – ein „back to the roots“ zur naiveren Theaterform seiner Jugend? Oder eine Parodie auf englisches Zeitgeschehen (Henry VIII und seine vielen Frauen, unter anderem die liebe Queen Anne, die ein bisschen untreu war...)?
Wie dem auch sei, zu Shakespeares Zeit erfreute sich dieses Stück, das auf der Grundlage einer zeitgenössischen Pastorale aus dem Jahr 1590 basiert, großer Beliebtheit. Heutzutage kann man mit, salopp gesagt, „Schäfergeschichtchen“ (aka Pastoralen) eher weniger anfangen. In Kombination mit eben der erwähnten Uneinigkeit bezüglichen der richtigen Einordnung des Stückes, die vielleicht als Ausschlusskriterium für den Schulkanon reichte, mag dies als Erklärung dienen, warum Das Wintermärchen heute weitaus weniger bekannt und populär ist.

Schade eigentlich, denn dieses Stück bietet doch so einiges – und zwar nicht nur eine der wohl bekanntesten Regieanweisungen des Meisters (- Ab, gefolgt von einem Bären als der vermeintliche Perdita-Aussetzer die Bühne verlässt -).

Romantik und Komik, tragisch-dramatische Verstrickungen verbunden mit Pastoralenelementen und (parodistische Anspielungen auf vermeintlich) historische Begebenheiten. Vielleicht ein bisschen anders als der Shakespeare, den man so kennt, aber trotzdem „sehr Shakespeare“.

William Shakespeare: Das Wintermärchen (1623).
dtv, Oktober 2006.
336 Seiten, Taschenbuch, 12,50 Euro.

Tanja Muhs

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