Der Cousin im Souterrain
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Der nach "Dingerchen und andere bittere K├Âstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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John Cheever: Der Wapshot-Skandal
Jetzt bestellen bei amazon.de! Im K├Âlner Dumont-Verlag l├Ąuft gerade eine kleine John-Cheever-R├╝ckschau. Nach ÔÇ×Die Geschichte der Wapshots" in 2007 ist nun auch ÔÇ×Der Wapshot-Skandal" dort erschienen. Die amerikanischen Originale stammen aus den 50er und 60er Jahren.

John Cheever schreibt liebevoll mit sehr viel Humor und Herzensw├Ąrme ├╝ber die Geschicke und vor allem Missgeschicke einer Familie. Stets sp├╝rt man die gro├če Zuneigung des Autors zu seinen Figuren - ganz egal, ob es um die schrullige Tante Honora Wapshot geht, die ├ärger mit der Steuerpr├╝fung hat, Coverly Wapshot mit seiner Frau Betsey, die sich auf der Raketenbasis, auf der beide wohnen, furchtbar langweilt, oder Moses Wapshot, dessen Frau Melissa mit einem wesentlich j├╝ngeren Mann durchbrennt.

Aber man merkt andererseits auch, dass Cheever eigentlich f├╝r seine k├╝rzeren Texte bekannt geworden ist. Seine Romane wirken wie eine Sammlung von Kurzgeschichten, die nur sehr lose miteinander verkn├╝pft sind - manchmal zu lose: Spannungsbogen, H├Âhepunkt, Figurenentwicklung und ein verbindendes Element fehlen. Immer wieder tauchen Figuren wie Coverlys Chef Dr. Cameron auf, spielen auf einigen Seiten wesentliche Rollen, nur um dann sang- und klanglos wieder von der Bildfl├Ąche zu verschwinden. Als Folge dieser Stukturlosigkeit zerf├Ąllt "Der Wapshot-Skandal" ein wenig in seine Bestandteile - genauso ├╝brigens wie schon "Die Geschichte der Wapshots" - und man wird das Gef├╝hl nicht los, dass die Bezeichnung "Roman" auf dem Cover eigentlich ein kleiner Etikettenschwindel ist.

Und: Man merkt den beiden B├╝chern ihr Alter durchaus an. Manches wirkt etwas angestaubt. So geht es zwar h├Ąufig um Sex, jedoch wird er von Cheever nie beschrieben, was aus heutiger Sicht auf Dauer ungewohnt pr├╝de wirkt.

Insgesamt hat mir dieses Buch nur m├Ą├čig gefallen. Ich m├Âchte aber nicht unerw├Ąhnt lassen, dass die meisten Feuilletons die Wapshots-Romane geradezu euphorisch gefeiert haben. ZEIT-Rezensent Klaus Harpprecht freut sich ├╝ber die "gl├Ąnzenden Formulierungen, die nuancierte Sprache, die unterschiedlichen Erz├Ąhl-Perspektiven und den gleicherma├čen genauen wie poetischen Blick des Autors." Angela Schader von der Neuen Z├╝rcher Zeitung f├╝hlt sich "durch eine spezielle Art von "Grazie" bezaubert". Dem Autor gelinge eine ideale Mischung aus ironischer Distanz und N├Ąhe zu seinen Charakteren, lobt Peter K├Ârte von der FAZ. Und der Rezensent der taz freut sich auch an der "k├╝hnen Vorwegnahme postmoderner Libertinage" - was immer das auch hei├čen mag. Einzig mein Schreib-Lust-Mitrezensent Fred Ape sieht bei Amazon "Die Geschichte der Wapshots" als "gute Einschlafhilfe" - eine sicherlich etwas zugespitze Meinung, die mich aber durchaus gefreut hat.

John Cheever: Der Wapshot-Skandal.
Dumont, Februar 2008.
332 Seiten, Hardcover, 19,90 Euro.

Andreas Schr÷ter

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