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Lawrence Block: Abzocker
Jetzt bestellen bei amazon.de! Normalerweise behält Joe Marlin einen Namen nicht länger als er an irgendeinem Ort in den USA bleibt. Doch eines Tages kommt ihm etwas dazwischen: Bevor er sich in einem der teuersten Hotels der Stadt einquartiert, stiehlt er zur Aufbesserung seiner Garderobe zwei Koffer. Einer der beiden birgt neben modischen Seidenhemden den wohl größten Schock seines Lebens, nämlich Heroin im Wert von rund einer Million Dollar!

Das ist allerdings noch längst nicht alles. Just in diesem Hotel wohnt auch die schöne Mona, die es dem Trickbetrüger angetan hat – nur, dass sie bereits vergeben ist. Um sie zu bekommen, muss er einen hohen Preis zahlen – und zwar einen Mord begehen …

Frisch im Frühjahr 2008 erscheint im Rotbuch-Verlag die „Hard Case Crime“-Reihe, die Verlagsangaben zufolge „das Schärfste liefert, was der Pulp-Krimi zu bieten hat“. Im ersten Rutsch sind so drei Romane erschienen, die teilweise noch eher jung sind oder bereits vor mehreren Jahrzehnten im Original veröffentlicht wurden. Mit von der Partie sind unter anderem Autoren wie Allan Guthrie oder Lawrence Block.

Von letzterem stammt auch der vorliegende 2. Band der Reihe, „Abzocker“. Schon die Optik des Romans lädt förmlich zum Kauf ein: In herrlich bunten, knalligen Farben und mit für Crime-Noir-Romane typischen Titelbildmotiven wurde das Cover hier hervorragend zu einer wahren Augenweide aufbereitet.

Nicht nur vom Titelbild her, auch handlungstechnisch bietet der Krimi einen urklassischen Pulp-Krimi. Der sesshaft werdende Trickbetrüger, seine schöne Affäre und ihr unliebsamer Gatte, gewürzt mit ’ner Drogenstory – das ist der Stoff, aus dem Lawrence Block seinen Roman strickt. Natürlich ist diese Story weder neu noch innovativ – sie ist im Grunde genommen noch älter als der vorliegende Roman, der bereits 1961 veröffentlicht wurde.

Was ihn allerdings für heutige Verhältnisse zu etwas Besonderem macht, ist auf der einen Seite die Situation, in der er hier im Rotbuch-Verlag veröffentlicht wurde: In einer Zeit, in der man meinen möchte, dass sich auf dem Buchmarkt eine Vielzahl mittelprächtiger Hobby-Psychologen versammelt hat, die sich allesamt gegenseitig zu kopieren scheinen, ist ein solcher Roman die reinste Erholung. Keine von allerlei Privatproblemen geplagten FBI-Agenten, keine unterbelichteten Lady-Detektive nach Schema F, keine Serienmörder, die den Buchmarkt derzeit überfluten. Zum anderen punktet der Roman durch seine Atmosphäre.

Trotz allem kann die von Lawrence Block herbei geschriebene Stimmung jedoch nicht über den relativ dünnen Plot hinwegtäuschen. Logisch, ein fundamentales Handlungsgerüst benötigt jeder halbwegs passable Roman, aber wirklich mehr als das bietet „Abzocker“ auch nicht. Die sich zum Ende des Romans hin abzeichnende Wendung dürfte für geübte Krimileser etwa ab der Hälfte hin absehbar sein (mich jedenfalls haben einige Zufälle in dem Buch schon recht früh misstrauisch gemacht – und die durchaus fiese Schlusspointe nicht so wie gewünscht überrascht).

Was im Klartext bedeutet: Lässt man sich von der Stimmung des Romans nicht packen oder legt zuviel Wert auf die eigentliche Handlung, wird man wohl eher weniger begeistert sein. Zumal es der Geschichte sicherlich keinen Abbruch getan hätte, sie an ein paar Stellen zu kürzen …

Fazit: Das auf der Rückseite des Buches angekündigte Meisterwerk ist „Abzocker“ meiner Meinung nach nicht, aber trotz des mäßig überraschend Plots macht der Roman große Lust auf weitere Krimis der „Hard Case Crime“-Reihe – ein gelungener Start. Mich hat er zumindest aus einer verhältnismäßig lang anhaltenden Phase der Lese-Unlust geholt.

Lawrence Block: Abzocker.
Rotbuch Verlag, Berlin, März 2008.
222 Seiten, Taschenbuch, 9,90 Euro.

Martin Palm

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