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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Catherine Jinks: Teuflisches Genie
Jetzt bestellen bei amazon.de! Dieses Buch f├Ąllt schon durch seine ├Ąu├čere Gestaltung positiv auf: neonfarbene Leuchtschrift auf schwarz-wei├čem Grund. Dazu sind die Buchkanten v├Âllig schwarz gehalten, so dass das Ganze wie ein Brikett oder eine Videocassette wirkt. Ungew├Âhnlich und aufwendig f├╝r ein Taschenbuch.

Der Inhalt h├Ąlt nicht ganz diesen guten ersten Eindruck, ist allerdings auch wieder nicht so schlecht, dass man Gefahr l├Ąuft, das Buch ungelesen in die Ecke zu pfeffern. Es geht um einen hochbegabten Jungen namens Cadel, der das Pech hat, die falschen (Zieh-)V├Ąter zu haben. Sie stecken ihn in ein Internat, in dem er F├Ącher wie "L├╝gen", "F├Ąlschung" und "Das Absolut B├Âse" belegen muss. Mit Hilfe von Cadel und seinen Kommilitonen streben die Leiter des Instituts nichts weniger als die Weltherrschaft an. Es l├Ąsst sich denken, dass dieser Plan nicht problemlos funktioniert, zumal Cadel allen Planungen zum Trotz einen Sinn f├╝r das Gute entwickelt ...

"Teuflisches Genie", das den Auftakt einer Trilogie rund um Cadel bildet, hat ein grunds├Ątzliches Problem: Bevor man sich an die durchaus skurrilen und dadurch interessanten Mitsch├╝ler und Lehrer Cadels gew├Âhnt hat, sterben sie. Bevor man sich im Internat zurechtfindet, wird es in die Luft gesprengt. Das ist so, als w├╝rde Harry Potter seine Freunde Ron und Hermine schon Mitte des ersten Bandes verlieren und Hogwarts zur Ruine gemacht. Folglich lernt der Leser ausschlie├člich die Hauptfigur Cadel n├Ąher kennen und kann sich auf sie einstellen. Nur sie weist so etwas wie Tiefe auf. Alle anderen Figuren bleiben holzschnittartig blass. Auch Spannungsaufbau und innere Logik der Handlung lassen - besonders zum Ende - zu w├╝nschen ├╝brig.

Zuweilen erinnert die gesamte Szenerie etwas an die X-Men-Comics. Hier wie dort bev├Âlkern seltsame Gestalten das Geschehen. In "Teuflisches Genie" ist es ein Junge, der derart stinkt, dass er permanent eine Art Raumanzug tragen muss, oder ein Mann mit Kiemen - ein Potenzial, aus dem die Autorin unterm Strich zu wenig macht. Sowohl der Stinker als auch der Fisch bleiben im Buch Randerscheinungen.

Fazit: Mit "Teuflisches Genie" legt Autorin Catherin Jinks, die 1963 in Brisbane (Australien) geboren wurde, leichte, gut lesbare Unterhaltungskost vor, kommt aber nicht ├╝ber ein Mittelma├č des Genres, nennen wir es mal Spannungsroman f├╝r Jugendliche, hinaus.

Catherine Jinks: Teuflisches Genie.
Knaur, Mai 2008.
556 Seiten, Taschenbuch, 12,95 Euro.

Andreas Schr÷ter

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