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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Robert Harris: Vaterland
Jetzt bestellen bei amazon.de! „Vaterland“ von Robert Harris gehört zu den Romanen, die eine Geschichte gegen die Historie erzählen, kontrafaktisch sozusagen. In dem Alternativweltroman hat Deutschland den Zweiten Weltkrieg gewonnen und Europa seiner Herrschaft unterworfen. Es ist das Jahr 1964 und Berlin nennt sich jetzt Germania, Hauptstadt des Deutschen Reiches. Die Stadt ist nach den Entwürfen Albert Speers neu gestaltet, dessen Bauwerke die Monumentalität des Reiches widerspiegeln sollen. Nur im entfernten Osten gibt es Widerstand gegen die Deutschen. Doch der Partisanenkrieg scheint weit weg zu sein. In der Außenpolitik tritt jetzt eine Zeit der Entspannung zwischen Deutschland und den USA ein. Präsident Kennedy, Regierungschef der USA, wird zum Besuch erwartet.

Doch „Vaterland“ ist keine Vision über Großmachtsträume, es ist vielmehr eine Erzählung über das Scheitern totalitärer Regime. Keine Schuld bleibt ungesühnt, die Wahrheit kommt eines Tages ans Licht. Einer der Menschen, die die Lügen aufdecken, ist der Kriminalbeamte Xaver März. Er ist kein Widerständler, steht aber ohne Ergeiz gleichgültig der Politik gegenüber, was ihm bereits so manche Schwierigkeiten einbringt. März wird mit der Aufklärung eines Mordes an einem Parteimitglied beauftragt und die Spur führt ihn zu einer ganzen Mordserie. Während der Ermittlungen lernt März die amerikanische Journalistin Charlie Maguire kennen. Sie enträtseln ein lang gehütetes Geheimnis aus der Vergangenheit, denn alle Ermordeten waren an der bislang unbekannten Wannsee-Konferenz beteiligt. Xaver März war bislang überzeugt, dass alle Juden in den Osten evakuiert wurden, doch jetzt fallen ihm Dokumente in die Hand, die schreckliche Taten belegen und während der Wannsee-Konferenz beschlossen wurden. Das geplante Abkommen mit den USA würde scheitern, sollten die Informationen bekannt werden oder einer der damaligen Beteiligten öffentlich darüber reden. März und Maguire stehen vor dem Problem die Unterlagen aus Deutschland zu schmuggeln und die USA zu informieren. Aber es scheint kein Entkommen für die beiden zu geben.

„Vaterland“, der 1992 im Original erschien, ist ein spannender und brillant erzählter Thriller. Sicher mag manches merkwürdig erscheinen in diesem Alternativweltroman. Als ob manche Ereignisse unberührt sind vom Sieg Deutschlands. Doch Robert Harris’ Roman zeichnet sich durch viele Details aus und der Autor hinterfragt das tatsächliche oder nur scheinbare Nichtwissen der Bevölkerung gegenüber dem Schicksal verschwundener Bevölkerungsgruppen, die nämlich nicht evakuiert sondern zu Millionen umgebracht wurden, und kommt zu einem erschütternden Ergebnis. In erster Linie ist „Vaterland“ ein Krimi, der den Leser schwerlich enttäuschen wird. Das Ende ist ein wenig vorhersehbar, ist aber gewiss kein Happy End, und Harris’ Erzählweise macht den Roman bis zum letzten Satz fesselnd.

Robert Harris: Vaterland.
Heyne, April 2008.
384 Seiten, Taschenbuch, 6 Euro.

Ulrich Blode

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