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Markus Stromiedel: Zwillingsspiel
Jetzt bestellen bei amazon.de! Markus Stromiedel schreibt DrehbĂŒcher fĂŒr „Tatort“, „Der Staatsanwalt“ und „Stubbe: Von Fall zu Fall“. Davor war er Chefdramaturg bei Bavaria Film und unter anderem auch fĂŒr Columbia TriStar tĂ€tig. „Zwillingsspiel“ ist sein erster Roman. In diesem dreht sich alles um einen terroristischen Anschlag auf das Berliner S-Bahnnetz. Durch einen scheinbar zufĂ€lligen Dienstwechsel ermittelt der nicht magenfeste Kommissar Paul Selig. Er weiß selbst, dass er der schlechteste Polizist Berlins mit katastrophaler AufklĂ€rungsquote ist und wittert daher eine Verschwörung, als er nicht umgehend von diesem publikumswirksamen Fall abgezogen wird. Vielleicht liegt das an seiner Zwillingsschwester, die einen einflussreichen Job im Innenministerium betraut? Oder aber daran, dass jemand nicht wĂŒnscht, dass der Fall aufgeklĂ€rt wird?

Die Parallelen zu einem Fernsehkrimi sind groß, daher wird es eine Frage der Zeit sein, bis „Zwillingsspiel“ ĂŒber den Bildschirm flimmern wird. Trotzdem ist der Roman nicht mehr, als ein Fernsehkrimi in Buchform. Genau wie im Tatort, in dem ein „21:15 Uhr-TatverdĂ€chtiger“ nie der Mörder ist, so ist es auch in diesem Buch. Viele VerdĂ€chtige reihen sich auf, aus denen die Wahl zuerst schwer fĂ€llt. Liest man aber den Titel des Buches und den Prolog aufmerksam durch, dann wird dem Krimifan sehr schnell klar, wer dahinter steckt. SpĂ€testens nach 100 Seiten ist der Ausgang mehr als offensichtlich. Und das ist sehr schade. FĂŒr Verwirrung sorgt der Inhalt nicht mehr, dafĂŒr aber die Schreibweise des Autors. Hier merkt man deutlich, dass es Stromiedels Profession ist, DrehbĂŒcher zu schreiben: Viele Dialoge vor hĂ€ufigen Perspektivwechseln. Teilweise wechselt die Betrachtungsweise innerhalb weniger Zeilen hin und her, so dass der Leser sehr aufmerksam lesen muss. Das funktioniert im Film, nicht aber im Buch. Dieser Roman wĂ€re trotzdem ein nur mĂ€ĂŸiger Fernsehfilm.

Fazit: Es gibt deutlich bessere Krimis deutscher Autoren im Verlag Knaur (z.B. Sebastian Fitzeks „Das Kind“).

Markus Stromiedel: Zwillingsspiel.
Doemer/Knaur, Juni 2008.
432 Seiten, Taschenbuch, 7,95 Euro.

Ralf Seybold

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