Der Cousin im Souterrain
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Der nach "Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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Berta Marsé: Der Tag, an dem Gabriel Nin den Hund seiner Tochter im Swimmingpool ertränken wollte
Jetzt bestellen bei amazon.de! Sieben Stories, die harmlos anfangen und dann plötzlich ins Bitterböse umschlagen. Schon der Titel des Buches, der Bezug auf die erste Geschichte „Die Zaubermuschel“ nimmt, lässt ahnen, dass sich hier bald Abgründe in der scheinbar heilen Welt auftun werden. Gabriel Nin plaudert mit seiner fünfjährigen Tochter Patti, die Geburtstag hat und sich sehnlichst einen Hund wünscht. Alles ist für die Party vorbereitet, da erfährt der ahnungslose Vater aus einer „harmlosen“ Bemerkung Pattis, dass das angebliche Familienidyll längst eine Farce ist.

In „Erste Liebe“ verliebt sich ein Teenager ausgerechnet in einen bisher unbeachteten und wenig attraktiven Jungen, als sie erfährt, dass er unheilbar krank ist- eine Geschichte, die bewusst mit der Sehnsucht mach dem Morbiden spielt, unsentimental, aber durchaus anrührend zu lesen. Eine Putzfrau bekommt während er Arbeit einen Anruf vom Schwiegervater ihres Arbeitgebers und hinterlässt einen Zettel, um später zu erfahren, dass der Anrufer seit einem Jahr tot ist.

Eine Gruppe von Kindern soll für eine Werbekampagne ein Maskottchen in Form einer Schildkröte entwerfen. Doch unter all den bunten und phantasievollen Zeichnungen befindet sich eine, die erschreckend und abstoßend ist. Für mich die stärkste Erzählung der 39-jährigen Autorin aus Barcelona, die mit einem spanischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde.

Jede Geschichte beginnt mit einer alltäglichen Situation, doch dann geschehen Dinge, die die Protagonisten abgrundtief verunsichern und erschrecken. Am Ende ist nichts mehr, wie es war.
Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen, denn Berta Marsé hat nicht nur Sinn für das Bizarre und Makabre, sondern versteht es auch, dies alles mit Leichtigkeit zu erzählen, in knapp-lakonischem Stil und in Dialogen. Und bei aller Bosheit lässt sie hin und wieder auch etwas Mitgefühl für ihre in Bedrängnis geratenen Helden durchblicken.


Berta Marsé: Der Tag, an dem Gabriel Nin den Hund seiner Tochter im Swimmingpool ertränken wollte.
Klaus-Wagenbach-Verlag, Februar 2008.
171 Seiten, Hatrdcover, 17,90 Euro.

Susanne Tank

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