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John Updike: Landleben
Jetzt bestellen bei amazon.de! In seinem neuen Roman „Landleben“ schreibt John Updike einmal mehr über das Thema, über das er seit über 40 Jahren schreibt: das Scheitern der Ehen mittelständischer Paare.
Will man es positiv bewerten, so kann man durchaus sagen: Der mittlerweile fast 74 Jahre alte amerikanische Autor legt erneut einen Beweis dafür ab, wie gut er durch seine genaue psychologische Beobachtungsgabe die Scheinwelten gut situierter, aber sich ansonsten langweilender Mittelschichts-Paare zu entlarven vermag. Sex bietet die einzige Abwechslung: Jede schläft mit jedem, eine irgendwie geartete Moral in Treuefragen existiert nicht.
Umgekehrt lässt sich mit demselben Recht sagen: „Landleben“ bietet Updike-Kennern nichts Neues. Schon im ersten Titel der bekannten Rabbit-Reihe – „Hasenherz“, im Original von 1960 – ging es um exakt diesen Themenkreis. Aber besser umgesetzt: In puncto Vielschichigkeit, Lebendigkeit und innerer Abgeschlossenheit kommt „Landleben“ nicht an die Rabbit-Reihe heran.
Es geht darum, dass sich ein alternder, an der Grenze zur Senilität stehender ehemaliger Computerfachmann an seine verflossenen Ehepartner und Seitensprünge erinnert. Da die Anzahl vor allem in der zweiten Kategorie nicht unbedingt niedrig ist, dehnt sich das Ganze auf über 410 Seiten aus.
Die Rabbit-Bücher damals bezogen einen Großteil ihres Charmes daraus, dass ihr Held, Harry „Rabbit“ Angstrom, ein sympathischer Verlierer war, die Hauptfigur in „Landleben“, Owen Mackenzie, dagegen wirkt vergleichsweise leblos. Als Leser vermag man sich nicht so gut mit ihm zu identifizieren wie mit dem guten alten Harry. Ähnliches gilt für die Handlung: Was in der Rabbit-Reihe kompakt und in sich geschlossen wirkt, ist in „Landleben“ gelegentlich zerfahren und unzusammenhängend. Letzteres ist sicherlich Ergebnis der ständigen Rückblenden in ganz verschiedene Zeiten im Leben der Hauptfigur.
John Updike hat seinen bei vielen Lesern so beliebten Held „Rabbit“ Anfang der 90er Jahre sterben lassen. Viel zu früh, wie viele finden. Und so gibt es seither im Werk des Autors nur noch die „Nach-Rabbit-Romane“ mit dem etwas schalen Beigeschmack. Fazit: Wer sich neu auf John Updike einlassen will, was durchaus zu empfehlen ist, sollte lieber mit „Hasenherz“ beginnen.

John Updike: Landleben.
Rowohlt Verlag, Reinbek, Januar 2006.
416 Seiten, gebundenes Buch.

Andreas Schröter

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