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Jessica Durlacher: Das Gewissen
Jetzt bestellen bei amazon.de! Als die Ich-Erzählerin Edna Mauskopf dem gutaussehenden Samuel zum ersten Mal bei einer Vorlesung an der Amsterdamer Universität begegnet, hat sie spontan das Gefühl einer tiefen Seelenverwandtschaft. Doch die angebliche Liebe auf dem ersten Blick erweist sich zunächst als emotionale Einbahnstraße. Während sie ständig in ihren Gedanken und Handeln um ihn kreist, entzieht er sich ihr immer wieder. Schließlich beendet sie die unbefriedigende Beziehung, sucht andere Kontakte. Erst später, als sie bereits als Journalistin arbeitet, begegnet sie Samuel wieder. Die beiden fallen sich erneut in die Arme und ziehen zusammen.

Dies klingt erst mal nach x-beliebiger, wenig origineller Beziehungsgeschichte und seichtem Frauenroman. Doch schon auf der elften Seite zerstört die Autorin derartige Erwartungen: Samuel ist bereits tot, als sie die Geschichte dieser Beziehung und die ihrer Familien erzählt. Der ungewöhnliche Hintergrund: Beide Väter sind Juden und Überlebende von Auschwitz, und beide haben dieses Trauma verdrängt. Die Kinder sind jedoch mehr in die Vergangenheit der Eltern verstrickt, als ihnen zunächst bewußt ist. Da sind Ednas kindliche Eßstörungen, da sind Samuels Versagensängste, die ihn schließlich zu jenem wagemutigen Einsatz treiben, der ihn das Leben kostet. Es ist, als laste ein schlechtes Gewissen auf den Nachgeborenen, das sie daran hindert, sich von den Eltern und ihren Anforderungen zu lösen. Auch die immer wieder beschworene tiefe Verbindung zwischen Edna und Samuel ist eher in der Vergangenheit als in der Gegenwart begründet. Gemeinsam versuchen sie, ihre Familiengeschichte aufzuarbeiten, dies bindet sie aneinander. Doch schon bald wird klar, wie wenig sie wirklich füreinander geschaffen sind: Sie, die Risikofreudige und Lebenshungrige, er, der ewige Grübler. Schließlich nimmt Edna einen Job in Frankreich an und geht dort ein Verhältnis mit einem Bekannten ein, von dem sie schwanger wird. Der andere Mann- ein optimistischer Erfolgstyp- bietet ihr die Möglichkeit, ein neues Leben anzufangen, doch noch kann sie sich nicht von Samuel lösen...

“Das Gewissen” ist der Debütroman der 1961 geborenen Niederländerin. Sie schreibt aus eigener Betroffenheit, aber keine “Betroffenheitsliteratur”. Durch ihren lockeren Erzählstil gelingt ihr die Gratwanderung zwischen Tragik und Komik. Nichts Menschliches ist ihr fremd, und bisweilen tun sich Abgründe auf, über die sie ihre Protagonistin hinwegbalancieren läßt. Die “große Liebe” zwischen Edna und Samuel wirkt etwas konstruiert und dient mehr als “Aufhänger” für das Thema. Dagegen stehen viele aus dem Leben gegriffene Szenen- Liebe, Sex, Studentenleben, Freundschaft und Rivalität unter Frauen, Gefühlsverwirrungen und die Suche einer Frau nach dem Leben. Sie wagt am Ende einen Sprung nach vorne, aber ein letzter Rest Zweifel, eben das “Gewissen”, bleiben.

Jessica Durlacher: Das Gewissen.
Diogenes Verlag, Zürich, September 2001.
368 Seiten, kartoniert.

Susanne Tank

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