Der Cousin im Souterrain
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Der nach "Dingerchen und andere bittere K├Âstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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Ralf Seybold: Der Tag, an dem Weihnachten starb
Jetzt bestellen bei amazon.de! Das Buch eines Kollegen zu rezensieren ist immer eine Aufgabe f├╝r sich. Was macht man, wenn es Einem nicht gef├Ąllt? Ralf hat es mir hier sehr leicht gemacht. Das Buch kam an, ich habe mal eben kurz reingesehen, und hatte mich schon an einer spannenden Stelle festgelesen. Nein, es war nicht die Titelgeschichte. Mein Favorit ist die Erz├Ąhlung ├╝ber den Mann, der dem Seelenf├Ąnger entkommen m├Âchte. Oder die Geschichte ├╝ber die obdachlose Frau, die durch ihre tote Gro├čmutter wieder ins b├╝rgerliche Leben zur├╝ckgef├╝hrt wird. Oder vielleicht doch eher die, mit dem pseudo-modernen Vater, der mit der Freundin seines Sohnes konfrontiert wird.

Man kann bereits sehen, ÔÇ×Der Tag, an dem Weihnachten starbÔÇť, ist eine sehr gemischte Kurzgeschichtensammlung mit mannigfaltigen Themen. Genau das Richtige f├╝r Situationen, in denen eben nur Zeit f├╝r etwas Kurzes ist. Denn am St├╝ck lesen sollte man das Buch nicht, dazu ist es zu gemischt und es w├Ąre schade, sich nicht jedes Mal ein wenig Abstand zu nehmen, um die einzelnen Geschichten ausreichend genie├čen zu k├Ânnen. Aus den Tiefen des Ozeans geht es in eine alte Schusterwerkstatt und die Welt von Edelleuten, Handwerkern und Wirten mit den Geheimnissen alter G├Ąnge. Manches ist Erz├Ąhlung, manches Satire und immer wieder tauchen Geschichten mit sehr gut beobachteter Gesellschaftskritik auf. Die meisten Geschichten weisen ├╝berraschende Wendungen auf und Ralf hat keine Scheu, seine Protagonisten bis in die Tiefen auszuloten und geht den Weg sich die schlimmstm├Âgliche Wendung vorzustellen bis zum Ende.

Der Autor selbst stellt den Ausspruch von Jorge Luis Borges der Sammlung voran: ÔÇ×Uns fehlt der Optimismus des 19. Jahrhunderts, zu glauben, diese Welt lie├če sich auf f├╝nfhundert Seiten einfangen; deshalb w├Ąhlen wir die kurze Form.ÔÇť Das passt hervorragend zu diesem Buch, den es bietet Einblicke in die verschiedensten Auspr├Ągungen unserer Welt. Krieg und Elend sind genauso thematisiert wie menschliche Abgr├╝nde und Berggipfel.

Alles in allem eine gelungene Mischung von Kurzgeschichten, die das Lesen und dr├╝ber nachdenken lohnt.


Ralf Seybold: Der Tag, an dem Weihnachten starb.
Books on Demand Gmbh, Juni 2008.
212 Seiten, Taschenbuch, 12,85 Euro.

Regina Lindemann

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