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Brendan Behan: Borstal Boy (1958)
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Brendan Behan - ein zarter, unbedarfter Knabe im Alter von acht Jahren, so zart und unbedarft wie er es sein kann, wenn er ein Northsider ist, einer, der auf der Nordseite der irischen Hauptstadt kurz nach dem War of Independence (Sie erinnern sich? Irland unter englischer Herrschaft, Michael Collins, die „Geburtsstunde“ der I.R.A., der Irish Republican Army) in eine überaus republikanische Familie hineingeboren wird – ist mit seiner Großmutter und einem ihrer Bekannten auf besagtem heißen Northside-Pflaster unterwegs. Es ist noch halbwegs früh am Tag, vielleicht gegen Mittag. Ein Vorübergehender spricht die Großmutter an, weist sie auf das etwas seltsame Verhalten und Auftreten ihres Enkels hin, sagt: „Ist es nicht schade, so ein nettes Kind derart deformiert, derangiert zu sehen?“ und Großmütterchen Behan antwortet: „Wie können Sie es wagen?! Er ist nicht deformiert, nicht derangiert, sondern nur betrunken!“

Unglaublich, aber (, bedenkt man, dass Erzählungen – und so eine gibt es im Werk des Autors - manchmal einen realen Ausgangspunkt haben, möglicherweise dann doch) wahr.

Mit Behans Borstal Boy, geschrieben und veröffentlicht kurz nach seinem ersten großen Erfolg, dem irischen Theaterstück Die Geisel verhält es sich ähnlich wie mit obiger Anekdote – man weiß nie so recht, was real ist, was Fiktion,
all das, was der Autor, dessen Leben wie Prosa klingt, beschreibt, könnte haargenau so passiert sein, denn es passt einfach, passt.

Behan schreibt, in der Rückschau stilisierend und trotzdem autobiographisch, über seinen Aufenthalt in einer Erziehungsanstalt, einem „Borstal“ in England. Gründe für die „Unterbringung“ in einer solchen Institution waren seine deutliche Affinität und Aktivität für die I.R.A., sein jugendliches Alter aber machte eine „Unterbringung anderer Art“ unmöglich.

In feinster, humorvoller Prosa erzählt Behan über seinen Anstaltsalltag, mit sehr viel Sinn für Sprachwitz und individuelle sprachliche Besonderheiten der Unikate, die er zeichnet, lässt er sie (wieder) lebendig werden, erinnert sich nicht nur an ihre charakterlichen Vorzüge, sondern ebenfalls an die Freundschaft, die ihn mit ihnen verbunden hat. Dabei ergießt er sich nicht in Hasstiraden gegen das britische Establishment, sondern ist für einen irischen Republikaner bemerkenswert „unpolitisch“, zeichnet seinen Wandel von einem vor Gewalt nicht zurückschreckendem Aktivisten zu einem politischen Menschen, der mit anderen Mitteln „kämpft“.

Unser Autor dieses Mal mag vielleicht vieles eher nicht sein – so unpolitisch wie es politisch korrekt wäre, so bekannt für seinen gesunden Lebenswandel wie der Zeitgeist es forderte und schon einmal gar nicht so klassisch wie ein Schiller oder ein Goethe, aber unterhaltsam, das ist er.

Brendan Behan: Borstal Boy (1958).
Kiwi, 2002.
Taschenbuch, 12,90 Euro.

Tanja Muhs

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