Futter für die Bestie
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Gruselig geht's in unserer Horror-Geschichten-
Anthologie zu. Auf Gewalt- und Blutorgien haben wir allerdings verzichtet. Manche Geschichten sind sogar witzig.
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Pierre Bottero: Das achte Tor
Jetzt bestellen bei amazon.de! Sieben Familien oblag es, seit Anbeginn der Zeiten über den ANDEREN zu wachen. Vor Jahrtausenden gelang es den Familien, den ANDEREN in einen schwarzen Steinkubus einzuschliessen, das personifizierte Böse aus einer anderen Dimension schien gebannt.

In den Jahrtausenden seither haben sich die Mitglieder der Familien, die jeweils durch eine besondere Gabe gesegnet sind auf der ganzen Welt ausgebreitet, einander bekämpft und aus den Augen verloren.
Eine einzige der grossen Familien hat sich durchgesetzt. Ihre Mitglieder gehören zu den reichsten und mächtigsten Personen der Erde. Sie bestimmen die Politik selbst der bedeutendsten Länder, herrschen über Wirtschafts-Imperien und die Medien.

Der sechzehn-jährige Nathan ist ein Abkömmling dieses Clans und gehört doch nicht dazu. Sein Vater brach aus Liebe zu seiner Frau mit der allmächtigen Dynastie, seitdem zieht die kleine Familie häufig um.
Dennoch kann Nathan die Zugehörigkeit zu den Wächtern nicht verleugnen. Er hat die übernatürlichen körperliche Fähigkeiten von der Seite seines Vaters, von seiner Mutter den Zugang zu einem gigantischen Wissensreservoir.

Dann wird sein Heim in die Luft gesprengt, seine Eltern ermordet, er selbst zunächst von einem Lykantropen, dann von Helluren – Gesichtslose Männer in schwarzen Anzügen - verfolgt.
Der letzte Rat seines Vaters weist ihm den Weg nach Marseille. Hier an der malerischen Mittelmeerküste residiert sein Cousin, und hier lernt er eine junge Frau kennen und lieben, die zu einer der anderen Familien gehört – zu den Gestaltwandlern.

Im Inneren des Hauses, das zwischen den Welten liegt befinden sich Türen – Türen, die sich auf die Erde öffnen, aber auch Türen, die in die Dimension der Dämonen reichen. Um den freigesetzten Kraftaspekt des ehedem Gebannten zu besiegen, müssen sich unsere beiden jungen Helden in die Höhle des Löwen wagen. Auf der Welt des Dämonen kommt es zum Aufeinandertreffen der Kontrahenten. Doch noch ist sich unser Paar ihrer Gaben nicht gänzlich bewusst ....



Fantasy aus Frankreich, das heisst ganz eindeutig Bücher, die die scheinbar festzementierten Vorgaben erfolgreicher High-Fantasy Epen in der Nachfolge Tolkiens oder Rowlings ausser Acht lassen, die eigene Wege beschreiten, und dem interessierten Leser eine frische Kost anbieten.

Vorliegend ist dies nicht anders. Es beginnt damit, dass eine Expedition im Südamerikanischen Dschungel auf eine Pyramide stösst, und im blinden Forschungswahn überhastet einen Kubus öffnet.
Klar, so dachte ich, Indi Jones lässt grüssen, ein exotischer Handlungsschauplatz und etwas Böses das freigesetzt wird, das kannte ich ja schon.

Doch dann kam alles ein wenig anders. In zwei zunächst alternierend erzählten Handlungssträngen lernen wir unser beiden jungen Helden kennen. So unterschiedlich ihre Herkunft und ihr Leben auch ist, besondere Gaben, zeichnen sie aus. Ihre Versuche diese geheim zu halten, sich in der Masse zu verstecken verbindet sie über die Kontinente in denen sie aufwachsen hinweg, kurz danach geht es los mit rasant aufgebauter Action. Es kommt zu Verfolgungsjagden, Gestaltwandler, Men in Black bemüht wird, was Furcht erregt. Dabei, und das ist erstaunlich stehen diese Widersacher meist nur kurz im Rampenlicht, interessanter bietet sich das Mysterium um die Familien, deren Herkunft und Mission an.
Auch hier kein eitel Freudenschein, Uneinigkeit, Neid und schlichte Dummheit verhindern eine wirksame Allianz gegen das wiederauferstandene Böse. So hängt die Verantwortung der Welt an unseren beiden von Allen gehetzten Outlaws.

Erstaunlicherweise, und hier setzt meine Kritik an, gehen die beiden Protagonisten erstaunlich gelassen mit den Fährnissen um. Nun mag man argumentieren, dass der Tod der Eltern und die anschliessende Verfolgung durch übernatürliche Wesen Nathan schlicht keine Zeit zum Atemholen, zum Reflektieren lassen würde, doch die Einschneidungen sind so massiv, die Geheimnisse um die Herkunft der Familien so bedeutsam, dass sie eigentlich Gefühle wie Ohnmacht, und Furcht auslösen müssten. Davon merkt man aber nichts. Voller Tatendrang nimmt unser Duo den Ball auf, macht sich aktiv an die Erledigung der anstehenden Aufgaben. Das wirkt schlicht unglaubwürdig, liest sich aber in seiner Rasanz spannend und packend.
Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen den beiden Familienerben hätte nicht unbedingt sein müssen, doch dies ist sicherlich Geschmackssache.

Insgesamt gesehen ein teilweise atemberaubend spannender phantastischer Thriller, endlich einmal abseits der Katholischen Kirche, der trotz Schwächen in der glaubhaften Charakterisierung der Personen – die Nebendarsteller werden schlicht ignoriert, sind seelenentleerte Schablonen – spannend zu unterhalten weiss.

Pierre Bottero: Das achte Tor.
Ullstein, Januar 2008.
332 Seiten, Taschenbuch, 7,95 Euro.

Carsten Kuhr

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