Madrigal für einen Mörder
Madrigal für einen Mörder
Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Karen Duve: Taxi
Jetzt bestellen bei amazon.de! Hamburg in den achtziger Jahren: Alexandra Herwig, genannt Alex, schmeißt ihre langweilige Lehre bei einer Versicherung, verlässt ihr liebloses Elternhaus und arbeitet fortan als Taxifahrerin. Nur mit viel Glück besteht sie die Prüfung, denn sie kann sich keine Straßennamen merken. Sie landet in einer Fahrerclique von ewigen Studenten, Möchtegern-Künstlern und Suhrkamp lesenden Besserwissern. Genießt sie am Anfang noch die scheinbare Unabhängigkeit ihres Jobs, so merkt sie nach und nach, dass sich in ihrem Leben nichts mehr bewegt. „Und dann waren fünf Jahre um und ich fuhr immer noch Taxi.“ Ihren Fahrgästen gegenüber empfindet sie meistens Abscheu, ihre Kollegen gehen ihr mit frauenverachtenden Sprüchen auf die Nerven, und ihre Männer sind Machos und Egomanen. So geht das jahrelang weiter, bis eine Irrfahrt mit einem Zirkusaffen sie um ihren Taxischein bringt ...

Karen Duve erzählt aus eigener Erfahrung, sie fuhr selbst jahrelang Taxi, und die Perspektive der Taxifahrerin ermöglicht ein facettenreiches Spektrum quer durch alle Gesellschaftsschichten. So sind es denn auch die vielen Episoden mit den Leuten, die ihr im Taxi begegnen, die das Buch lesenswert machen. Ein misanthropischer Zug stellt sich ein, „nette Fahrgäste gibt es nicht“. Sie sind meistens besoffen, unleidlich oder zahlen nicht. Wie schon in ihren früheren Romanen „Regenroman“ und „Das ist kein Liebeslied“ geht sie oft gnaden- und illusionslos mit ihren Helden um, erspart ihnen nichts. Das bewirkt eine Distanz des Lesers zu den Figuren, von denen keine so recht sympathisch ist und zur Identifikation einlädt. Diese ständige ironische Distanzierung kann zum Nachteil werden, weil ich einfach keine Nähe zu der Ich-Erzählerin und ihrer persönlichen Geschichte entwickeln kann, sie bleibt mir fremd und selbstbezogen. Auch der Schluss ist mir zu dramatisch und übertrieben, die Heldin wird quasi mit Gewalt von der Autorin aus ihrem tristen Taxidasein geworfen. Fazit: Flüssig und locker zu lesen, aber ohne wirkliche Tiefe.


Karen Duve: Taxi.
Eichborn, Mai 2008.
313 Seiten, Hardcover, 19,95 Euro.

Susanne Tank

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