Der Tod aus der Teekiste
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Truman Capote: Sommerdiebe
Jetzt bestellen bei amazon.de! New York in den 40er Jahren: Es ist Sommer, und zum ersten Mal kann die 17-jährige Grady McNeil machen, was sie will. Ihre wohlhabenden Eltern, die bereits ihren Auftritt beim Debütantinnenball planen, verschwinden für ein paar Wochen per Schiff nach Europa. Endlich hat sie Gelegenheit, ihrem langweiligen Leben zu entkommen und sich voll ins Großstadtleben zu stürzen. Sie verliebt sich in den Parkplatzwächter Clyde Manzer, der aus einer völlig anderen Welt kommt als sie: Er lebt bei seiner jüdischen Familie in einer abgelegenen Gegend Brooklyns und muss sich im Alltag durchschlagen. Grady und Clyde heiraten aus einer Laune heraus, ziehen mit Clydes Kumpels durch die Stadt, probieren Drogen und geben sich einem Leben hin, das keinen Gedanken an später verschwendet. Lebe wild und gefährlich - das Ende ist tragisch, aber konsequent.

Erst 2004 wurde das Manuskript zu „Sommerdiebe“ (Original: “Summer Crossing“) in einem alten Pappkarton aus Capotes ehemaliger Wohnung in New York gefunden. Der Autor, der diesen Roman bereits mit 19 Jahren begann, hatte ein zwiespältiges Verhältnis zu diesem Werk, es galt als vernichtet. Umso interessanter für die Nachwelt, dass sich hier bereits jene Meisterschaft des Erzählens abzeichnet, die ihn später berühmt machte. Wunderbar facettenreich, ja fast lyrisch liest sich dieser Text, die Beziehungen und Stimmungen der Figuren werden subtil beleuchtet, ohne dass zuviel gesagt würde. Der Leser taucht ein in die Atmosphäre der sommerlichen Stadt und folgt den Figuren bei ihren Streifzügen. Selbst über dem Ende liegt noch eine gewisse Poesie.
Capote hatte offenbar ein Faible für unkonventionelle Frauenfiguren, und es fällt auf, dass Grady McNeil gewisse Parallelen zu Holly Golightly aus „Frühstück bei Tiffany“ (erschienen 1958) aufweist. Auch Holly ist erst 18, als sie ihren Ehemann in der Provinz verlässt, um in New York das Leben einer fröhlichen Bohemienne zu führen. Hunger nach Leben und Flucht vorm Spießerdasein treiben auch Grady an. Doch was im späteren Roman als leichtfüßige Komödie daherkommt, ist in „Sommerdiebe“ abgründiger. Soziale Brüche werden sichtbar, die höhere Tochter und das Ghetto-Kid sind Gegensätze, die sich anziehen, aber nicht wirklich zueinander finden können, und so ahnt die Heldin früh, dass diese Verbindung in der Alltagsrealität nicht bestehen wird. Vielleicht ist Grady die dunklere, rebellischere Vorgängerin der Holly Golightly. Vielleicht lehnte Capote seine frühe Romanfigur ab, weil sie ihm zu destruktiv und sperrig erschien, und entwarf später eine, die mehr Charme und Witz hatte.


Truman Capote: Sommerdiebe.
Kein & Aber Verlag, Zürich, April 2006.
160 Seiten, gebundenes Buch.

Susanne Tank

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