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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Laurell K. Hamilton: Bitters√ľ√üe Tode
Jetzt bestellen bei amazon.de! Der Vampir-Roman ¬ĽBitters√ľ√üe Tode¬ę aus der Feder von Laurell K. Hamilton ist neu in der Reihe ¬ĽBastei L√ľbbe Stars¬ę als Taschenbuch zum Preis von nur 4,99 Euro erschienen. Grund genug also, diesen ersten Band um die taffe und √ľberaus menschliche Vampir-J√§gerin Anita Blake unter die Lupe zu nehmen.

Anita Blake, die f√ľr den geldgierigen Betreiber von Animators Inc. in St. Louis arbeitet, versieht im Grunde zwei Jobs.
Zum einen ist sie eine sehr talentierte Reanimatorin. Dies bedeutet, dass sie Tote zum Leben erweckt, also Zombies erschafft. In einer Welt, in der Vampire, Untote und √§hnliche Wesen zum Alltag der Menschen geh√∂ren ist dies ein eintr√§glicher Beruf. Gr√ľnde, um einen Verstorbenen zumindest kurzfristig zu erwecken gibt es schlie√ülich viele. Und sei es nur, um ihn nach einem unklaren Passus in seinem Testament zu befragen.
Daneben ist Anita Blake aber auch als Kopfgeldj√§gerin t√§tig. Nur, dass sie keine Kautionsfl√ľchtlinge verfolgt, sondern die von einem ordentlichen Gericht zum Tode verurteilte Vampire. Gerade diese T√§tigkeit brachte ihr den Spitznamen Scharfrichterin ein, den sie auch mit einem gewissen Stolz tr√§gt. Schlie√ülich hasst sie Blutsauger und zu einem gewissen Grad auch jene, die sich mit ihnen abgeben.
Umso erstaunter ist Anita daher, als der Obervampir von St. Louis mit der Bitte an sie herantritt, eine brutale Mordserie unter den Blutsaugern der Stadt zu untersuchen. Um seiner Bitte Nachdruck zu verleihen, nimmt er Anitas Freundin als Geisel und setzt der Reanimatorin zudem eine Frist, innerhalb derer sie die Taten aufklären und ihm den Namen des oder der Mörder nennen muss. Schafft sie es nicht, tötet der Vampir ihre Freundin.
Also macht sich die Scharfrichterin auf, das R√§tsel zu entschl√ľsseln. Ganz nebenbei sucht sie zudem nach einer M√∂glichkeit, dem Obervampir und seinen Getreuen den Garaus zu machen. Beide Aufgaben sind alles andere als leicht zu bew√§ltigen und mehrfach ger√§t sie dabei in t√∂dliche Gefahr. Aber zum Gl√ľck hat sie Freunde, die ihr zur Seite stehen. Tatkr√§ftig, oder auch nur mit wertvollen Informationen. .

Laut Klappentext ist Laurell K. Hamilton die zurzeit erfolgreichste Horror-Autorin in den USA. Auch wenn die Inhaltsangabe auf dem Buchr√ľcken in keiner Weise den eigentlichen Inhalt des Buches widerspiegelt, glaube ich diese Behauptung gerne.
Um es kurz zu sagen ‚Äď dieses Buch wusste mich von der ersten bis zur letzten Seite zu unterhalten.
Hamilton schreibt auf eine sehr legere Art. Ihre Heldin erz√§hlt r√ľckblickend von ihrem Fall und zwar in der ersten Person. Dies ist nicht ungew√∂hnlich, schrieb doch auch Ann Rice ihre Vampir-Romane in dieser Form. Durchaus bemerkenswert ist jedoch der Sarkasmus und die Kaltschn√§uzigkeit, die Hamilton ihrer Protagonistin mit auf den Weg gibt. Sie schafft mit Blake eine Heldin, die durchaus ihre Schw√§chen hat ‚Äď und das auch offen zugibt. Keine Superfrau, keine Kriegerin also, die in jeder Situation eine L√∂sung parat hat. Sie f√ľrchtet sich vor der ihr liegenden Aufgabe, sie f√ľrchtet sich vor den Wegen, die sie einschlagen muss und auch vor etwaigen Konsequenzen, die sich aus diesem Vorgehen ergeben k√∂nnten. Aber genau das macht die Protagonistin so sympathisch. Zumal sie auch dann Galgenhumor beweist, wenn es ihr gerade an den Kragen geht.
Ein besonderer Pluspunkt geht auch an die ungew√∂hnliche Idee, die diesem Band (und allen weiteren B√§nden der Serie) zugrunde liegt. Untote, die ihre Rechte einklagen. Tote, die mal kurz in Zombies verwandelt werden, damit sie Fragen zu ihrem Testament beantworten k√∂nnen und Menschen, die sich in Vampire verlieben und mit ihnen in einer Wohnung leben. Die Welt, die Hamilton hier schafft und sowohl in unserer Zeit als auch in unserer Realit√§t beheimatet ist, bietet dem Leser einen sehr ungew√∂hnlichen Background. Zum anderen wirft sie ‚Äď rein hypothetisch ‚Äď interessante Fragen auf. Vampire sind keine Menschen. Aber sind sie Leute mit Rechten? Und darf man einen Polizisten aus dem Staatsdienst entlassen, nur weil er gestorben und als Blutsauger zur√ľckgekehrt ist? Auf sehr subtile Art werden B√ľrgerrechtsfragen auf eine v√∂llig neue Ebene gehievt. Damit gelingt der Autorin etwas, das man wahrlich selten findet.
Ein Roman also, der rundherum perfekt ist?
Nein, leider nicht. Mal abgesehen davon, dass es wohl keine perfekten Romane gibt, hat auch dieser hier seine Schw√§chen. F√ľr das gr√∂√üte Problem des Romans kann die Autorin jedoch nichts, denn es betrifft die √úbersetzung ins Deutsche. Hier h√§tte man bedeutend mehr Sorgfalt walten lassen m√ľssen. Die S√§tze klingen teils merkw√ľrdig, manche Redewendungen passen nicht. Ein besserer √úbersetzer h√§tte ein wesentlich besseres Buch hervorgebracht.
Der zweite Minus-Punkt betrifft den Schluss. Der Roman entwickelt sich rasant und strebt permanent dem H√∂hepunkt entgegen. Aber gerade dann, wenn man ein furioses Finale erwartet, ist es pl√∂tzlich mit einer schlichten Aktion vorbei. Der erhoffte und erwartete Knalleffekt bleibt aus. Dies macht sich im ersten Moment nicht einmal sonder stark bemerkbar. Aber wenn man dann das Buch zur Seite legt und den Schluss in Gedanken noch einmal rekapituliert, f√ľhlt man sich pl√∂tzlich um das Feuerwerk betrogen, auf das man die ganze Zeit gewartet hat. Damit gleicht das Buch einem Dinner, dessen letzten Gang man schlingt und am Ende den k√∂stlichen Geschmack der Mouse au Chocolate mit einem Schluck Mineralwasser von der Zunge sp√ľlt.

Fazit:
Bitters√ľ√üe Tode ist ein actiongeladener Roman, der auf einer wirklich ungew√∂hnlichen Idee basiert. Sofern man sich auf den Plot einl√§sst, wird man mit 397 Seiten praller Unterhaltung, Action und sarkastischem Humor belohnt. Die Schw√§chen k√∂nnen teils durch Kauf des englischen Originals ausgemerzt werden. Das schale Gef√ľhl aufgrund des schwachen Schlusses am Ende des Romans kann die Lust auf den n√§chsten Band nicht tilgen. Wer Anita Blake und ihre Autorin noch nicht kennt, sollte hier unbedingt zugreifen. Allein schon, weil 4,99 Euro kein Risiko darstellen.

Laurell K. Hamilton: Bitters√ľ√üe Tode.
Verlagsgruppe L√ľbbe, Bergisch-Gladbach, November 2005.
398 Seiten, Taschenbuch.

Gunter Arentzen

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