Madrigal für einen Mörder
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Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Maybrit Illner und Ingke Brodersen (Hrsg.): Ente auf Sendung – von Medien und ihren Machern
Jetzt bestellen bei amazon.de! Manchmal fühlen wir uns beobachtet, verfolgt, bedrängt. Von einer unsichtbaren Macht beeinflusst und gelenkt. Derartige Vermutungen können erschreckend sein. Aber sie sind eigentlich nicht so vage, wie wir sie haben möchten.

Denn eine solche Macht mit mehr oder weniger diesen Eigenschaften existiert unter uns. Wir nennen sie Medien, die vierte Gewalt im Staat. Ihnen können wir nicht entfliehen, ob im Radio oder Fernsehen, in der Zeitung oder im Internet. Sie beschallen uns jeden Tag. Und das ist auch gut so. Denn wie sollten wir uns sonst über die komplexen Vorgänge in unserer Welt kundig machen? Wie würden wir sonst erfahren, was der Bundestag beschlossen, wie hoch der FC Bayern gewonnen oder was sich ein Popstern abgeschnitten hat?

Dieser ambivalenten Macht, die stetig zwischen Attraktion und Information pendelt, widmet sich das Lesebuch „Ente auf Sendung“ herausgegeben von Maybrit Illner und Ingke Brodersen. In diesem stellen verschiedene bedeutende Medienmacher die Aufgaben, Faszination und Herausforderungen ihres Berufes vor. Die Beiträge flicken sich dabei zu einer riesigen Fundkiste zusammen, aus der beim Wühlen die großartigsten Erfahrungen und Schilderungen entspringen. Mit „Ente auf Sendung“ entfaltet sich ein ganzer Apothekerschrank von Reiseberichten rund um die Medien. In der einen Schublade verbirgt sich Anne Will, die über die Entstehung der Tagesschau plaudert. In der nächsten findet sich die Kriegsreporterin Ariane Vuckovic, die von der Beklemmung, Gefahr und Machtlosigkeit einer Kriegsberichterstattung erzählt. Über Leichteres schreibt Oliver Welke, der als pummeliger Sportjournalist immer beäugt und spöttisch gefragt wird, in welchem Verein er denn Fußball spiele. Beeindruckend wirken auch Cristiane Westermanns Erlebnisse in der Talkshow „Zimmer frei“, in der die Gäste und die Geschehnisse unberechenbar sind.

Auch Peter Scholl-Latour springt aus einer der Schubladen und berichtet, wie und vor allem wieso er in den Journalismus und die Auslandskorrespondenz gerutscht ist.
All diese Schilderung wirken so authentisch, begeistert und begeisternd, weniger strikt. Sie schieben den Vorhang ein Stückchen zur Seite und gewähren einen Blick hinter die Kulissen des Journalismus, der Fernsehsendung und der Auslandskorrespondenz.

Noch weitere Sahnehäppchen falten sich hier auf, die es zu erkunden lohnt. Roger de Weck etwa führt das Protokoll einer Redaktionskonferenz vor und hinterleuchtet die Maschinerie die hinter der Entstehung des Zeitungsseiten-Inhalts steht. Volker Wieprecht philosophiert über die Bedeutung des Radios und wie es dazu kommt, dass aus den Lautsprechern plötzlich tönt „Hallo Schweinebacke!“ auch Rudi Carrell gibt sich die Ehre und erläutert augenzwinkernd die Arbeit, die hinter einer Sendung wie „Sieben Tage, sieben Köpfe“ steckt. Herausgeberin Maybrit Illner rundet das Werk schließlich selbst ab, indem sie ihren Wandel von der Sport- zur verantwortungsvollen Politikjournalistin illustriert.

Heute moderiert Maybrit Illner die gleichnamige Politiksendung im ZDF und erhielt für ihre journalistischen Leistungen mehrere Auszeichnungen. Die letzte im Jahre 2007 – einen Bambi. Ingke Brodersen war bereits im Schuldienst, Lektorin und Herausgeberin. Heute organisiert sie Bücherprojekte und ist Redakteurin der Kulturzeitschrift „Kafka“.
Eine weitere Besonderheit dieses Erzählbandes sind die Illustrationen von Frank Ehrler, der unter anderem auch für den „Focus“ arbeitet. Sie setzen den ganzen Berichten mit ihrem herrlich süffisanten, unterschwellig kritisierenden Charakter eine Krone auf. Eigentlich eine Krone auf die Krone, denn wirklich abhängig ist die Originalität des Bandes nicht von den Zeichnungen. Sie runden das ganze Werk allerdings ab.

So wird „Ente auf Sendung“ zur Fibel für alle die, die beabsichtigen in die Medienbranche einzusteigen, und zum Muss für alle Medieninteressierte sowie –Opfer. Denn das, was sich vor dem Zeitungsdruck, vor der Liveausstrahlung oder Aufzeichnung abspielt ist in den meisten Fällen noch viel interessanter als das Produkt selbst. Die Sammlung „Ente auf Sendung“ wirkt auch deswegen so fesselnd auf den Leser, weil dieses Produkt der Medien oftmals Meinung ist, und wer möchte denn nicht erfahren, wie seine Meinung gelenkt wird?

„Ente auf Sendung“ ist zwar für Jugendliche gemacht, stellt sich aber als universelles Werk dar, das für alle und jeden verständlich, mitreißend und provozierend ist. Diese Sammlung ist ein Plädoyer an einen der aufregendsten, herausforderndsten und vor allem abwechslungsreichsten Beruf der Welt – den Journalist.

Und wer sich jetzt noch fragt, was Enten mit dem ganzen Thema zu tun haben, der sollte erst recht zu der neu erschienen Taschenbuchausgabe greifen. Diese Anleitung zur Maschinerie „Informationsvermittlung“ ist facettenreich, lustig, ernst und übersichtlich.

Wer die Geschehnisse der Welt kennen möchte, sollte Zeitung lesen, wer die Zeitung verstehen will, sollte „Ente auf Sendung“ lesen.

Maybrit Illner und Ingke Brodersen (Hrsg.): Ente auf Sendung – von Medien und ihren Machern.
cbj-Verlag, August 2008.
223 Seiten, Taschenbuch, 10 Euro.

Sabrina Greifenhofer

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