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Peter Freund: Mysteria - Das Tor des Feuers
Jetzt bestellen bei amazon.de! Niko ist vierzehn. Eigentlich ein schwieriges Alter, noch dazu wenn der Junge ohne Vater, nur bei seiner alleinerziehenden Mutter aufwächst. So liess das Zwischenzeugnis die Versetzung doch mehr als gefährdet erscheinen, und seine, als Bibliothekarin nicht eben gut verdienende Mutter hat einen Besuch im angesagtesten Erlebnispark der Gegend, ach was sage ich, des Landes nein des Universums als Preis für eine Versetzung ausgesetzt.

Und wirklich, Niko hat sich auf seine vier Buchstaben gesetzt, gebüffelt und die Kurve gekriegt.

Nun ist er am letzten Schultag auf dem Weg nach Hause, als aus einem heruntergekommenen Trödelladen ein Ruf ertönt. Niko, so vermeint er zu hören, doch wer sollte ihn rufen? In den dusteren Regalgängen stösst er auf eine alte Schwarte, offensichtlich einen Fehldruck, sind doch immer wieder leere Seiten mit eingebunden, fehlen ganze Abschnitte. Noch ahnt er nicht, dass dieses Buch, sein Anhänger und sein Senshei ihn kurz darauf in eine andere, archaische Welt führen sollen -- nach Mysteria. Hier stöhnen die Menschen seit rund vierzehn Jahren unter der erbarmungslosen Knute eines Usurpators. Verrat öffnete die Tore der unbezwingbar scheinenden Feste, der gerechte König verschwand spurlos und mit diesem sein magisches Schwert Sinkkâlion, eine Waffe, die zur Befreiung der Menschen dringend benötigt wird ...

Lassen wir zu Beginn der Wertung den Verfasser des Werkes selbst zu Wort kommen: ".. schliesslich träumt jeder Schriftsteller davon, ein möglichst originelles Buch zu schreiben, das es so oder so ähnlich noch nie zuvor gegeben hat. Und das ist gar nicht so einfach ... Bei den Fantasy-Büchern scheint mir das Problem besonders gross zu sein. Einerseits gibt es da gewissen Standards, die die Leser geradezu erwarten, auf der anderen Seiten soll jedes Buch besonders originell sein. Dabei ist auch das einschlägige Figurenarsenal inzwischen weltweit bekannt, so dass es immer schwieriger wird, wirklich neuartige Charaktere zu erfinden." (Seite 357).

Recht hat er, der Mann, der mit seinen Laura-Romanen weltweit die jungen Leser ans Medium Buch gefesselt hat.

So ist es kaum verwunderlich, dass Freund vom Aufbau her beim Start seiner neuen Serie vergleichbar zu seinem Überraschungserfolg vorgeht. Wir haben unseren jungen, entwicklungsfähigen Tagträumer, der von den Mächten des Schicksals ausgewählt ist, natürlich mit Hilfe treuer Freunde, magischer Gegenstände und -- wirklich unabdingbar -- einer Prophezeiung eine archaische Parallelwelt von einem oder mehreren absolut fiesen Bösewichtern zu befreien.

Dass sich unser zunächst überforderter Held als Kind dieser Welt entpuppt, dass er Familienbande zu seinen Freunden offenbart ist dabei fast schon zu erwarten.

Wie der Autor selbst gesagt hat, die Leser erwarten bekannte Szenarien, neue Charaktere sind kaum vermittelbar.

Als Fantasy-Vielleser mag man dies zutiefst bedauern, sind die Werke doch oftmals austauschbar, gehen im Sumpf der vielen, einander ähnlichen Bücher einfach unter.

Wenn man sich aber vor Augen führt, dass die meisten Käufer von Büchern im Jahr 3 bis 4 Romane lesen, relativiert sich das schnell wieder. Diese Leser, und das sind genau diejenigen, die den Umsatz für die Verlage bringen, suchen etwas ähnliches wie den Herrn der Ringe oder Eragon, oder ... Sie wollen eintauchen in eine Welt voller Farben, Gefühle und Abenteuer, wollen in Questen schwelgen, den Bösen Mores lehren und schlussendlich triumphieren. Auf dem breiten Pfad dorthin hat der Autor, sei es durch Verlagsvorgaben oder die Erwartungshaltung seiner Kunden wenig Möglichkeiten seitlich auszuweichen.

Peter Freund versucht dies, indem er, wie in seiner Laura Reihe den Text alterierend in unserer Realwelt, dann wieder in der Fantasyebene spielen lässt. Beide Welten sind im Text durch eine unterschiedliche Schriftart auch optisch voneinander abgesetzt, und, besonders erfreulich, weil erfrischen selbstkritisch flechtet der Autor so manches Mal selbstironisch einige Anmerkungen nach obigem Muster in seine Erzählung ein.

Stilistisch wie inhaltlich bietet sich der Band solide dar. Es gibt jede Menge jugendlicher Identifikationsfiguren, Rätsel satt und Möglichkeiten für unsere Protagonisten zu reifen. En passent spricht Freund den Prozess der Loslösung vom Elternhaus, der Rebellion gegen (elterliche) Autorität und Pubertätsängste an, wobei die eigentliche Handlung immer im Mittelpunkt steht. Das ist Lesefutter für 12 bis 17-jährige, und kein Schlechtes, aber eben auch mit vielen bekannten Versatzstücken angereichert.

Ich bin gespannt, ob und wie es Peter Freund gelingen wird, im nächsten Band seine Leser zu überraschen, wobei der Weg und nicht das Finale sicherlich das Interessanteste sein wird -- wer zweifelt schon an einem Happy-End.

Peter Freund: Mysteria - Das Tor des Feuers.
cbj, August 2008.
415 Seiten, Hardcover, 18,95 Euro.

Carsten Kuhr

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