Das alte Buch Mamsell
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Peggy Wehmeier zeigt in diesem Buch, dass Märchen für kleine und große Leute interessant sein können - und dass sich auch schwere Inhalte wie der Tod für Kinder verstehbar machen lassen.
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Jurek Becker: Jakob der Lügner (1969)
Jetzt bestellen bei amazon.de! Der aus der ehemaligen DDR stammende, 1997 verstorbene Autor Jurek Becker hat vor allem mit einem Roman der deutschsprachigen Literaturlandschaft der Nachkriegszeit seinen Stempel aufgedrückt. „Jakob der Lügner“, 1969 erschienen, erzählt die Geschichte des jüdischen Ghettoinsassen Jakob Heym, dem es in der Endphase des Dritten Reichs gelingt, seinen von Desillusionismus und Todesangst gezeichneten Leidensgenossen wieder Lebensmut zu schenken.

Jakob, so weiß bald jeder im Ghetto, verfügt über den Draht zur rettenden Außenwelt, ein Radio, für Juden bei Todesstrafe verboten. Aus einer einfachen Rundfunkmeldung, dass nämlich die russische Armee in greifbare Nähe gerückt sei – von Jakob rein zufällig in einer höchst unwahrscheinlichen und bedrohlichen Situation aufgeschnappt – entwickelt sich via Schneeballeffekt die Kunde über die baldige Befreiung, und Jakob, der seine Quelle glaubhaft machen muss, erklärt, er besitze ein Radio.
Diese Notlüge allerdings bildet nur die Triebfeder für den ehemaligen kleinen Gewerbetreibenden, künftig seine Phantasie ungewohnt heftig anzustrengen. Immer neue Schlachterfolge muss Jakob von nun an in den spärlichen Pausen der Zwangsarbeit abliefern, immer weiter, töne es daher tagtäglich aus Jakobs Radio, seien die Russen schon ins Land gegen die Nazis vorgedrungen. Dies führt soweit, dass die Menschen aus ihrer Trostlosigkeit heraus wieder anfangen, Pläne zu schmieden. Der Erfolg gibt dem Tröster Recht, strebt doch die häufigste Todesursache im Ghetto neben erschossen werden und verhungern, der Suizid, von da an gegen Null. Bald erkennt Jakob auch, welch große Verantwortung er mit seinen Lügen trägt, etwa, als er – unter dem großen Druck mürbe geworden – seinen treuen Freund Kowalski in den wahren Ursprung seiner Heilsbotschaften einweiht.

Der Roman ist ein klares Postulat für Menschlichkeit und Humor in unmenschlichen Zeiten. Sprachlich souverän und atmosphärisch ungemein verdichtend versteht es Becker bravourös, mit Hilfe einer authentisch wirkenden Erzählinstanz seiner Fiktion in der realen Geschichte ihren Platz zuzuweisen. Das Erzählerangebot eines zweiten, befriedigenden Schlusses weist dem Protagonisten nachdrücklich seinen Heldenstatus zu, denn gegenüber allen ermutigenden Nachrichten steht die drohende Deportation der Juden aus dem Ghetto bevor…

Jurek Becker: Jakob der Lügner (1969).
Suhrkamp, Januar 2008.
282 Seiten, Taschenbuch, 8,50 Euro.

Daniel Kindslehner

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