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Georg Büchner: Woyzeck (1836/37)
Jetzt bestellen bei amazon.de! Georg Büchner starb 1837 und hinterließ das Fragment eines Dramas, das erst 1913 uraufgeführt wurde. Damit gehört er zu den Dichtern des Vormärz, eine Epoche, die in Literatur- und Politikgeschichte gleich heißt. Das ist kein Zufall. Die meisten in dieser Zeit entstandenen Werke hatten politische oder soziale Botschaften. Woyzeck zählt mit zu den ersten Werken, deren Hauptcharakter zum Ersten nicht der Ober- oder wenigstens der Bürgerschicht entstammte und die zum Zweiten die psychische Befindlichkeit des Charakters beleuchten.

Franz Woyzeck gehört als einfacher Soldat zur untersten Gesellschaftsschicht, zudem hat er mit Marie ein uneheliches Kind, für das er aufkommen muss. Neben seiner Tätigkeit für den Hauptmann lässt er sich deswegen vom Doktor noch zusätzlich für Diätversuche bezahlen, quasi als menschliches Versuchskaninchen. Beide benutzen ihn und führen ihn vor, der Hauptmann philosophiert über ihn und sein unmoralisches Leben, während er danebensteht, der Doktor demütigt ihn als reines Objekt der Wissenschaft. Dazu kommen Marie, die dem Tambour-Major schöne Augen macht, und die ständigen Geldsorgen. Das Drama eskaliert nicht in dem Mord an Marie, im Gegenteil kündigt sich der Mord lange an: mit dem Kauf des Messers, mit dem Gespräch mit Andres, selbst in dem letzten Gespräch mit Marie. Aber niemand in Woyzecks Umgebung kann oder will seine Nöte erkennen. Schließlich ersticht Woyzeck Marie und richtet sich am Ende selbst, wobei sich seine Ausweglosigkeit auf sein ganzes Leben, nicht etwas auf sein Dasein als Mörder bezieht. Oberflächlich betrachtet ist es die Eifersucht um Marie, die Woyzeck zum Töten antreibt, blickt man jedoch tiefer, so liegt der Grund jedoch woanders.

Es ist ein sehr kurzes Drama, das zudem nur in Fragmenten von Büchner fertig gestellt wurde. Trotzdem gibt es mehrere unzweifelhafte Szenen, in denen Woyzeck gedemütigt wird. Vom Hauptmann, von Marie, vom Doktor, vom Tambourmajor. Die Demütigung durch Marie ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, als sie ihn verrät, verliert sein Geist den letzten Halt. Büchner stellt diese Ausweglosigkeit, dieses Elend, diese erbärmlich Existenz sprachlich dar, indem er Woyzeck mehr stammeln als reden lässt.

Warum wird dieses Drama bis heute aufgeführt? Warum ist es auch heute noch interessant zu lesen? Weil Demütigung und Verlust der Menschenwürde ein zeitloses Thema sind. Der Hauptmann urteilt lautstark über Woyzecks Leben, ohne in seinen Stiefeln zu stecken. Der Doktor stellt die wissenschaftliche Erkenntnis und seine eigene Selbstdarstellung über die Würde seines Studienobjekts. Der Tambourmajor spielt seine gesellschaftliche Überlegenheit aus, um das Einzige zu bekommen, was wichtig in Woyzecks Leben ist. Menschliches Miteinander also, das auf Kosten des Schwächsten geht. Das ist kein Stoff aus der Vergangenheit - das wird immer aktuell sein.

Georg Büchner: Woyzeck (1836/37).
Klett, Januar 2007.
80 Seiten, Taschenbuch, 5,60 Euro.

Regina Lindemann

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