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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Brigitte Riebe: Die Hexe und der Herzog
Jetzt bestellen bei amazon.de! Im Tirol des Jahres 1485 ist der fĂŒr seine ZeugungsfĂ€higkeit legendĂ€re Herzog Sigmund Landesherr und er residiert in Innsbruck. In Innsbruck lebt auch Lena, die verzweifelt eine Anstellung im Schloss möchte, um die Herkunft ihres Vetters Sebi zu klĂ€ren, der möglicherweise von Sigmund gezeugt wurde. Sebi wĂŒrde die Anerkennung der Vaterschaft durch den Herzog sehr helfen, denn fĂŒr dessen Bastarde wird gut gesorgt. Lena gelingt es, als Köchin unterzukommen und wenig spĂ€ter gerĂ€t sie in den Verdacht, das Herzogpaar vergiftet haben zu wollen. Nicht lange darauf folgt die Anklage wegen Hexerei, die nicht sie allein betrifft, sondern auch sechs ihr nahestehende Frauen.

ZunĂ€chst einmal stimmt der Klappentext nicht mit dem Inhalt des Buches ĂŒberein, sondern erzĂ€hlt eine fast völlig andere Geschichte. In meiner Ausgabe des Buches stellt der Herzog nicht Lena nach. Auch wird sie nicht aus Eifersucht der Hexerei bezichtigt, sondern primĂ€r des angeblichen Mordversuchs angeklagt und nur „auch“ wegen Hexerei. Grund dafĂŒr ist aber kaum Eifersucht. EifersĂŒchtig auf die neue Herzogin, also auch nicht auf Lena, dagegen ist die alte Liebschaft des Herzogs, die wiederum gleichzeitig die Ehefrau des angeblich von Lenas Freundin Hella ermordeten Ritters ist. Hört sich kompliziert an? Ist es auch, dabei habe ich noch kein Wort ĂŒber die anderen vier Frauen verloren oder ĂŒber das brisante Familiengeheimnis. Die als „beispielloser Kampf fĂŒr die Freiheit“ des Juristen Merwais vollmundig angekĂŒndigte Verteidigung findet gerade mal auf den letzten paar Seiten statt.

Des Weiteren enthĂ€lt der Roman einen Krimianteil ĂŒber noch einen - diesmal gelungenen - Mord, der völlig unglaubwĂŒrdig daherkommt - dabei bin ich alles andere als ein Krimifachmann und eigentlich immer bereit, noch so abstruse Krimimotive einfach so hinzunehmen. Aber hier spĂŒrt man zu sehr die ordnende Hand der Autorin, viel zu viele ZufĂ€lle tauchen auf und die Auflösungen sind unsauber vorbereitet. Die Rolle des auffĂ€lligen MedizinflĂ€schchens beim Gebrauch und spĂ€ter bei der BeweisfĂŒhrung konnte mich nicht ĂŒberzeugen und schon gar nicht, dass die Mörderin ebenso verzweifelt wie stĂŒmperhaft nach dessen Verbleib fahndet. Allein das Vorhandensein des Giftes darin wĂ€re noch kein Beweis fĂŒr ihre Schuld. Und wieso hat sie das Gift eigentlich ausgerechnet da rein getan?

Dieser Roman konnte mich nicht gewinnen. Die Motive der Nachbarn, die sieben Frauen als Hexen bezichtigen, sind im zwar Prinzip glaubhaft, doch bleiben sie in der Beschreibung seltsam diffus. Ganz und gar vom Himmel gefallen scheint dann das Umschwenken der Innsbrucker, die plötzlich fĂŒr die Frauen eintreten. Das ist zwar historische Tatsache, aber im Roman fehlt der Anlass dafĂŒr völlig. Den hĂ€tte ich ĂŒbrigens viel interessanter gefunden als die Mord- und Eifersuchtsgeschichte.

Im Nachwort geht die Autorin noch auf die historischen VerlĂ€ufe ein. Die geschichtlichen HintergrĂŒnde in dem Roman sind - soweit ich das beurteilen kann - absolut sauber recherchiert. Dass trotzdem kein MittelaltergefĂŒhl aufkommt, liegt sicher nicht am Wissen der Autorin. Aber mir sind BĂŒcher suspekt, die historische Ereignisse aus „dramaturgischen GrĂŒnden“ mal eben um ein Jahr nach vorne oder hinten verlegen. Ich weiß, dass manche Autoren das bewusst machen und wie hier im Nachwort angeben. Aber ich persönlich bin der Ansicht, dass sich die Geschichte auch im Roman, bei all seiner sonstigen Freiheit, dem geschichtlichen Verlauf anpassen sollte und nicht umgekehrt, wenigstens bei den historischen Highlights, deren Datum unzweifelhaft feststeht.

Brigitte Riebe: Die Hexe und der Herzog.
Diana, August 2008.
528 Seiten, Hardcover, 19,95 Euro.

Regina Lindemann

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