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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Anne C. Voorhoeve: Einundzwanzigster Juli
Jetzt bestellen bei amazon.de! Philippas Unbeschwertheit endet jäh, als sie 1944 zu ihrer Mutter nach Berlin zurückkommt. Ihr Vater kämpft an der Ostfront und ihre Mutter unterstützt jüdische Flüchtlinge. Für ein von Propaganda geprägtes Kind wie Philippa, die von allen Fritzi gerufen wird, unverständlich. Berlin ist nicht, wie sie es in Erinnerung hatte oder wie es einer deutschen Hauptstadt würdig wäre. Zwischen feindlichen Angriffen, dem Zusammenraffen von Lebensmitteln und wenigen Stunden elektrischem Storm kauert sie im Bunker. Hinter ihr liegt ein Flüchtlingsmädchen und Fritzi lebt mit indoktrinierter Angst, dass ihr dieses Mädchen etwas antun könnte. Als sich die Angriffe auf Berlin mehren und Fritzis Mutter es nicht schafft, sich um ihre Tochter zu kümmern, nimmt sich Tante Lexi, eine Testpilotin des Dritten Reichs, dem Mädchen an und schafft sie auf den Landsitz der von Lautlitz. Dort ist es ruhig und der Krieg fern. Am 21. Juli 1944 erfährt Fritzi, dass es auf den „geliebten Führer“ ein Attentat verübt wurde. Sie ist fassungslos, als sie erfährt, dass ihre Familie an der Verschwörung beteiligt war. Hitlers Staatspolizei schlägt sofort zurück und will die Familie von Lautlitz „ausrotten bis ins letzte Glied“. Alle Familienmitglieder, vom Kleinkind bis zur Großmutter, werden in Sippenhaft genommen und in verschiedene Gefängnisse, Konzentrationslager und Heime verschleppt. Endlose Monate der Angst und Todesgefahr liegen vor Ihnen und die Frage, ob es ein Wiedersehen geben kann, hängt wie das Schwert des Damokles über ihnen.

Dieser Roman ist in Anlehnung an die die Geschichte der Familie von Stauffenberg entstanden. Rund vierzig Anschlagspläne und erfolglose Attentatsversuche hatte es bereits gegeben, bevor am 20. Juli 1944 im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ die Bombe explodierte, die Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg während einer Lagebesprechung unter einem Kartentisch deponiert hatte. Dieser Aufstand des Gewissens wurde erst etliche Jahre nach dem Krieg gewürdigt und die Attentäter galten noch Jahrzehnte nach Kriegsende als Verräter. Und obwohl der Name Stauffenberg und das Datum in die Geschichte der Deutschen geprägt ist, ist doch die Rache des Regimes weniger bekannt. Die Sippenhaft betraf das zehn Tage alte Baby ebenso wie das 84-jährige Familienoberhaupt. Die Autorin berichtet aus der Sicht der frei erfundenen Fritzi, wie sich das Geschehen damals zugetragen haben musste. Auf Wunsch der Familie von Stauffenberg wurde der Name in von Lautlitz geändert, tatsächlich lassen sich die Verbindungen aber nachvollziehen: Nicht zuletzt auch wegen der vergleichenden Stammbäume, die im Buch abgedruckt sind.

Fazit: Anne Voorhoeve schafft es, die Schrecken des Krieges so plastisch zu beschreiben, dass sich dem Leser die Kehle zuschnürt. Mich hat das Buch sehr ergriffen, auch wenn es ein Jugendbuch ist. Aber gerade Jugendliche erleben hier die Schrecken und den Mut einzelner Personen, die Beispielhaft für das Gewissen der Menschheit stehen und hoffentlich durch diese Vorbilder geprägt werden, auch wenn sich Menschlichkeit damals scheinbar nicht gelohnt haben mag. Die Erinnerung muss bleiben, damit ein „Nie wieder“ möglich ist.

Anne C. Voorhoeve: Einundzwanzigster Juli.
Ravensburger Buchverlag, Oktober 2008.
352 Seiten, Hardcover, 14,95 Euro.

Ralf Seybold

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