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Walther von der Vogelweide: Minnelieder (12. Jahrhundert)
Jetzt bestellen bei amazon.de! Minne = Liebe und Liebe drückt sich unterschiedlich aus.
Jeder Epoche ihr eignes Verständnis von Liebe, ihre eigene Ausdrücklichkeit, jeder Epoche ihr eigenes Ideal.

Die gute Miss Perry küsst Mädels und findet’s gut, Natasha Bedingfield besingt den Seelenfreund und Leona Lewis verblutet an Liebe, während
die Bloodhound Gang die X-Akten im Fernsehen schauen will und daher zu bestimmten Positionen rät, um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

Mittelalterliche Liebeslieder funktionieren anders als unsere.
Man hält sich (zumindest in der Literatur) an ein Liebes-Konzept, ein vom französischen Hof importiertes Ideal: die Hohe Minne.

Liebe ist (zunächst erst einmal immer) „moralisch hoch“ – ein tugendhafter, tapferer Ritter liebt eine mindestens ebenso tugendhafte, schöne Dame und weil beide eben so tugendhaft sind, lieben sie sich genau aus diesem Grund und „einfach nur so“, aus der relativ sicheren Entfernung und platonisch.
Liebe ist ein Dienst an der Frau, Minnedienst eben und Walther von der Vogelweide ist einer der Dienenden. So wie alle anderen Minnesänger singt er nicht, sondern dichtet, beschreibt die tugendhaften Vorzüge der höfischen Damen aus der Sicht seines lyrischen Ichs, des dienend liebenden Ritters, trägt diese Lieder in lyrischer Form zu gesellschaftlichen Anlässen bei dem einen oder anderen Sängerwettstreit an den adligen Höfen vor.

Aber irgendwie ist Walther eher eine Perry oder Bloodhound Gang, denn er hinterfragt, wagt Neues (und wird sogar auch noch politisch dabei – auch seine politische Dichtung ist äußerst lesenswert).
Er provoziert, entwirft ein Gegenkonzept: die Niedere Minne . In den sogenannten „Mädchenliedern“, die zumeist sehr pastoral angehaucht sind, sind lyrisches Ich und Adressatin noch immer schön und sogar noch irgendwie voller Tugend, aber vielleicht eher „neu-tugendhaft“. Sie lieben sich mit deutlich mehr Nähe und finden’s beide gut.

Eine deutliche Neuerung im Liebeskonzept der höfischen Literatur um 1200 und obwohl Walther es (meines Wissens) in seinen „Mädchenliedern“ nicht benutzt, vielleicht trotzdem Ausdruck einer neuen Denkweise, in der „Niederes“ und „Hohes“ sich zu etwas Neuem verbindet. Vielleicht sogar – um noch einmal die Brücke zwischen der Bloodhound Gang und dem bedeutendsten Minnesänger des deutschen Mittelalters zu schlagen, ein kleiner Ausflug in die Etymologie - einer der Anstöße zum semantischen Wechsel des mittelhochdeutschen Wortes „geil“ (nhd.: fröhlich) zu der Konnotation dieses Wortes, die heute geläufig ist.

Und da sag noch einer, mittelalterliche Texte seien langweilig.

(Es sei im übrigen noch hinzugefügt - bei obiger Ausgabe handelt sich um eine mittelhochdeutsch-neuhochdeutsche Fassung.)

Walther von der Vogelweide: Minnelieder (12. Jahrhundert).
Fischer Tb., April 2008.
378 Seiten, Taschenbuch, 10 Euro.

Tanja Muhs

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