Der Tod aus der Teekiste
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Christoph Marzi: Somnia
Jetzt bestellen bei amazon.de! Die Geschichte von »Somnia« setzt etwa zehn Jahre nach den zuletzt in »Lumen« beschriebenen Geschehnissen ein. Ihr Ort ist jedoch nicht das dem Leser bekannte London, er wird entführt nach Gotham, auch bekannt als New York. Hier trifft er auf Scarlet Hawthorne, eine junge Frau, die ihre Erinnerungen verloren hat. In einem Park sieht sie sich einer Horde seltsamer Wolfwesen gegenüber und kann nur mit der Hilfe eines Busches gerettet werden. Kurz danach findet die Heilerin Anthea Atwood die Frau und rettet sie vor dem sicheren Tod. Sie nimmt die Fremde mit in ihr Haus, in dem Scarlet am nächsten Tag auf Jake kennen lernt. Trotz allem findet sie ihre Erinnerung nicht wieder. Nur ein dunkles Loch klafft in ihrem Inneren, ihr Name ist das einzige, das ihr noch einzufallen vermag. Als Anthea behauptet, Scarlet sei das Kind zweier Trickster, weiß sie nicht einmal, was dieses Wort überhaupt bedeutet. Und doch benehmen sich insbesondere Pflanzen sonderbar, wenn Scarlet in der Nähe ist. Zeit, um sich mit ihnen auseinanderzusetzen, bleibt jedoch nicht. In der Stadt geschehen mysteriöse Dinge: Menschen erstarren zu Eis und schmelzen, andere laufen wie Schlafwandler durch die Straßen – und auch Kinder verschwinden erneut. Scarlet, Anthea, Jake und Buster Mandrake machen sich auf die Suche nach Lösungen.

»Somnia« unterteilt sich in drei Bücher, Solitaire, Scarlet und einen dritten, kürzeren Teil, dem das Buch seinen Titel verdankt. Unterbrochen werden diese von Zwischenspielen, die zur Auflockerung des Textes beitragen. Der Bezug zu den Vorgängerbänden wird erst spät deutlich, denn Scarlet kann sich an nichts erinnern. Dies bietet für Leser, die die ersten drei Bände nicht kennen, eine perfekte Chance zum Quereinstieg und macht gleichermaßen das Wiedereinfinden in Marzis Welt nach längerer Lesepause möglich. Alle fremden Begrifflichkeiten werden erläutert und auch für diejenigen, die noch nie die uralte Metropole betreten haben, wird ihre Pracht deutlich. Leser der Vorgängertitel hingegen sehen sich im ersten Drittel lange auf der Suche nach einem Mysterium, das sie eigentlich schon in »Lumen« ergründet haben. Die eine oder andere Geschichte ist daher schon bekannt. Im zweiten Buch relativiert sich dies dann.

Emily Laing, Mortimer Wittgenstein und ihre Freunde spielen im neuen Teil nur Nebenrollen, die Menschen, die innerhalb der Erzählung begleitet werden, sind andere. Besonders Wittgenstein habe ich vermisst, da diese Person klar die übrigen Titel der Reihe dominiert hat und mit ihrem seltsamen Humor zur Qualität des Textes beigetragen hat. Anthea oder Scarlet sind dagegen Figuren, denen diese Kraft fehlt. Sie haben andere Qualitäten und Freunde – beispielsweise Buster, der eine ähnliche Rolle einnimmt wie die Ratten in London und dabei ebenso amüsant sein kann.

Faszinierend ist erneut, wie bekannte Lieder und geschichtlich dokumentierte Ereignisse wie die Hexenverfolgung oder die Geschichten um Rattenfänger in einem ganz neuen Licht betrachtet werden. Mit den vergangenen zehn Jahren finden leider keine genaueren Auseinandersetzungen statt. Nur sehr knapp, wie im Zeitraffer, werden die Ereignisse in London umrissen und klingen dabei doch so interessant, dass sie meiner Meinung nach mehr Beachtung verdient hätten.

Der Schreibstil verortet sich vollkommen innerhalb der Vorgängerbände und hat dadurch für die Reihe einen enormen Wiedererkennungswert. Einzig ‚Fragen Sie nicht’ fehlt.
Die Spannung kann Christoph Marzi gewohnt gut halten, so dass man die Zwischenspiele mit angehaltenem Atem liest, in der Hoffnung, dass die eigentliche Handlung bald weitergehe.

Eine gelungen fantastische Erzählung, die die alte Metropole in der Neuen Welt wieder auferstehen lässt. Zwar mit neuen Hauptdarstellern, an die man sich erst einmal gewöhnen muss, aber mit gleich bleibender Qualität und Mystik. Ein toll durchdachtes Spiel, das man sich als Fantasy-Fan nicht entgehen lassen sollte.

Christoph Marzi: Somnia.
Heyne, November 2008.
608 Seiten, Broschierte Ausgabe, 14,00 Euro.

Janine Gimbel

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