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Susanne Bonn: Der Jahrmarkt zu Jakobi
Jetzt bestellen bei amazon.de! Lindenfels im Odenwald, im Jahr 1338. Morgen beginnt der Jakobimarkt, und allerlei HĂ€ndler und fahrendes Volk treffen ein. So auch die Spielleute Alheit, ihr Mann Franz, zusammen mit Gretel, einem unterwegs aufgelesenen Waisenkind, dem Pater Baldwin und Hardo, einem hĂŒbschen jungen Gaukler, der Geschichten erzĂ€hlt, SchaukĂ€mpfe mit Baldwin ausficht und den MĂ€dchen den Kopf verdreht. Sie nehmen Unterkunft im Ziegenstall bei Peter, dem Wirt, und schicken sich an, die Marktbesucher durch ihre Lieder und Geschichten zu erfreuen.
Kaum beginnt der Markt, bandelt Hardo auch schon mit zwei MĂ€dchen an, der Magd Anna, und Else, der Tochter des Schmieds. Am nĂ€chsten Tag liegt Hardo erschlagen im Garten. Hat ihn ein eifersĂŒchtiger JĂŒngling auf dem Gewissen, weil er ihm sein MĂ€dchen abspenstig gemacht hat, oder der zwielichtige Gaukler Arnold, der mit seinem heruntergekommenen GrĂŒppchen ebenfalls in Lindenfels weilt? Alheit fragt sich, ob die Lösung so einfach ist, schließlich hat Hardo gestern eine Geschichte erzĂ€hlt von einem einfachen Bauer, der als falscher Ritter unterwegs ist. Und es sind einige Ritter in Lindenfels. Könnte Hardo einen von ihnen gemeint haben? Sie begibt sich mit Gretel, Franz und Baldwin selbst auf die Spurensuche – und in Gefahr.

Wenn man das Buch in die Hand nimmt, fĂ€llt als erstes das hĂŒbsche Cover auf, es zeigt ein Bild von zwei Gauklern, dazu sind in dem schwarzen Einband Zeichnungen von Ritterfiguren zu sehen. Außerdem ist ein Lesezeichen mit dem Motiv des Einbands beigefĂŒgt. Mit Liebe zum Detail gemacht, eindeutig.
Die Autorin legt hier ihren ersten Roman vor. In einer zur beschriebenen Epoche passenden Sprache und mit sympathischen Figuren gespickt, bietet die Geschichte interessante Verwicklungen und NebenhandlungsstrĂ€nge, eine Liebesgeschichte und vor allem sehr umfangreiche Einblicke in mittelalterliches Marktgeschehen und Kleinstadtleben. Als geĂŒbter Krimileser kommt man zwar dem Mörder vor dem Ende des Buches auf die Spur, das schmĂ€lert jedoch nicht das LesevergnĂŒgen. Auch die plastischen Nebenfiguren wie der Arzt Philipp und die Handwerksburschen tragen ihren Teil dazu bei.
Mein einziger Kritikpunkt sind die fĂŒr meinen Geschmack zu zahlreichen Fußnoten. Es ist zwar hĂŒbsch, wenn erklĂ€rt wird, was eine Cotte ist, aber ohne die ErklĂ€rung wĂŒrde man den Text auch verstehen, und es hemmt den Lesefluss. Auch lateinische SprĂŒche muss ich nicht unbedingt in einer Fußnote ĂŒbersetzt bekommen (der geĂŒbte Leser historischer Romane hat auch ohne Lateinunterricht ein gewisses Repertoire an Zitaten, die er kennt.) Da hĂ€tte ich ein Glossar am Ende des Romans als angenehmer empfunden, wie es von vielen anderen Autoren praktiziert wird. Das schmĂ€lert jedoch nicht mein Urteil: lesenswert!

Susanne Bonn: Der Jahrmarkt zu Jakobi.
Gmeiner-Verlag, Juli 2008.
325 Seiten, Taschenbuch, 12,90 Euro.

Susanne Ruitenberg

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