Der Cousin im Souterrain
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Der nach "Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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Leonardo Padura: Der Nebel von gestern
Jetzt bestellen bei amazon.de! Havanna Anfang der Neunziger Jahre: Mario Conde ist um die Fünfzig und hat seinen Job als Polizeibeamter aufgegeben, um sich seiner Leidenschaft, dem Handeln mit alten Büchern zu widmen. Die politische und wirtschaftliche Situation kommt ihm entgegen: Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks herrscht großer Mangel in Kuba, und viele Menschen sind bereit, sich von wertvollen Büchern zu trennen, um Geld für das alltägliche Überleben zu bekommen. Zusammen mit seinem Freund Yoyi „El Palomo“ macht sich Mario auf die Suche, und in einem alten, halb verfallenden Herrenhaus entdecken sie einen grandiosen Schatz: Eine riesige Bibliothek mit Bänden, für die ausländische Sammler ein Vermögen zahlen würden. Der ehemalige Besitzer des Hauses, Don Alcides Montes de Oca, war schon vor der Revolution nach Miami emigriert und ist längst gestorben. Die Stellung halten hier nur noch zwei ältliche Geschwister, Amalia und Dionisio, angeblich Kinder von Don Alcides´ Chauffeur, sowie deren hochbetagte und demente Mutter. Die beiden wittern ein Geschäft, und so dürfen sich die beiden Antiquare ungestört umsehen. In einem Buch findet Mario plötzlich einen Zeitungsausschnitt mit dem Foto einer Bolero-Sängerin aus den Fünfziger Jahren namens Violeta del Rio. Mario fühlt sich seltsam berührt, irgendwo gibt es da eine Verbindung, und richtig, beim Kramen im Nachlass seines eigenen Vaters findet er die Schallplatte, die sein Vater so gerne gehört hatte. Das Interesse des Ex-Polizisten ist geweckt, viele Fragen sind offen. Warum beendete Violeta ihre Karriere so abrupt? War sie die Geliebte von Don Alcides? Aus alten Polizeikaten erfährt Mario, dass sie sich offenbar das Leben genommen hatte. Der Fall scheint damit abgeschlossen. Da wird plötzlich Dionisio, der Verwalter der Bibliothek, erstochen aufgefunden...

Der 1955 geborene kubanische Autor Leonardo Padura erzählt in seinem aktuellen Buch nicht nur einen spannenden Kriminalfall, der immer mehr in die Vergangenheit und in familiäre Abgründe führt. Er zeigt auch ein lebendiges Porträt Havannas jenseits touristischer Klischees, führt uns in die 50er Jahre, als die Stadt berühmt für ihr pulsierendes Nachtleben, aber auch berüchtigt für Mafia und Korruption war, sowie in eine Gegenwart, die kaum etwas zu tun hat mit sozialistischer Propaganda. Verfall, Armut und Kriminalität breiten sich über ganze Stadtviertel aus, und Marios Ausscheiden aus dem Polizeidienst ist auch ein Protest gegen diese Verhältnisse und die Unfähigkeit der Politiker, etwas daran zu ändern.

Trotzdem bewahren sich er und seine Freunde ihre Lebensfreude, es wird viel gefeiert, gut gegessen und getrunken in diesem Roman. Kubaner sind Überlebenskünstler.

Leonardo Padura: Der Nebel von gestern.
Unionsverlag, Juli 2008.
360 Seiten, Hardcover, 19,90 Euro.

Susanne Tank

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