Ganz schön bissig ...
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Sergej Lukianenko: Sternenspiel
Jetzt bestellen bei amazon.de! Was haben lebendige Computer, kriegerische Nager, chamäleonartige Amöben und die Menschheit gemeinsam?

Sie alle nehmen im grossen Kanon der interstellaren Organisation der Konklave eine ungeliebte Stiefsohnrolle ein. Sie sind nützlich, aber leider nicht unbedingt unersetzbar. Und so werden sie unterdrückt, werden sie rein auf ihr Nützlichkeit, den Starken Rassen zu dienen, reduziert.

Was aber könnte die unterdrückten Spezies an die Futtertröge der Macht katapultieren? Umwerfende Erfindungen wohl kaum, da diese von den Mächtigen schlicht abgegriffen werden, Einsicht, dass auch die Underdogs ein wenig Eigenverantwortung verdient hätten ist wohl auch kaum zu erwarten. Einzig ein mächtiger, ernst zu nehmender Feind mit dem man paktiert könnte hier Abhilfe bringen.

Als dann die Alari, der kämpfende Arm der Konklave auf ein diskusförmiges Kleinraumschiff stossen, dessen Meteoritenabwehr kurz einmal vierzig Prozent ihrer Flotte lahmlegt, wissen nicht nur die mäuseähnlichen Krieger, dass die Stunde der Rebellion geschlagen hat. Als man dann noch feststellt, dass die Lebewesen an Bord des Kleinstrauschiffes äusserlich wie innerlich den Menschen gleichen ist klar, dass die Stunde des Aufstands naht. Kontakt sollte aufgenommen werden, doch gilt es vorab in Erfahrung zu bringen, mit wem man es da überhaupt zu tun hat.

Pjotr ist Kosmonaut. Nachdem die Menschen den Jump erfunden haben, der ein schnelles Reisen zwischen den Sternen ermöglicht, dessen Nebenwirkungen aber nur die Menschen selbst überstehen, ist er als einer der vielen Transporteuere in der Konklave unterwegs. Als er einen blinden Passagier, einen Zähler an Bord entdeckt, ahnt er, dass sein beschauliches Pilotenleben der Vergangenheit angehört. Zusammen mit seinem Grossvater, einem weltbekannten Quer- und Vordenker der sich schon bei der Kontaktaufnahme mit der Konklave Meriten verdiente, sowie zwei weiteren subversiven Elementen schliesst er sich der Verschwörung an. Mit Hilfe der die Gestalt ändernden Amöbe nimmt er äusserlich, bis ins Genom hinein das Aussehen des getöteten Aliens aus dem mächtigen Diskus an, und schleicht sich in dessen Heimat ein. Eine Amnesie vorschützend beginnt er die technologisch weit überlegene Rasse auszuspüren – und trifft auf so machen Parallele, aber auch einen perfekt ausgestalteten Überwachungsstaat ...


Was ist das für ein Roman, das neuste Werk aus der Feder des erfolgreichsten Russischen SF Autors?

Zu Beginn erinnert der Plot an eine herkömmliche Space Opera. Wir haben ein mächtiges Galaktisches Reich, in dem die Völker, die an den Schalthebeln der Macht sitzen die unterlegenen Rassen gnadenlos ausbeuten. Dass diese, unter ihnen die Menschen, versuchen, ihrer Rolle zu entfliehen, ein wenig mehr vom Wohlstand und dem Geschmack der Freiheit zu erhaschen ist nachvollziehbar.

Lukianenko führt, auf seine ganz eigene, vergnüglich zu lesende Art seine Anti-Helden ein, und tunkt diese in ein gerüttelt Mass an Lokalkolorit – die Datscha darf dabei ebenso wenig fehlen, wie pointierte Seitenhiebe auf Kommunismus, Kapitalismus, gängige SF-Plots oder die Russische Seele – und bricht zusammen mit seinem Heldengespann auf, in die Weiten des Weltalls.
Hier, so vermutet der Space Opera erfahrene Leser wird dann ein Bündnis geschmiedet oder Artefakte gefunden, die die Underdogs, allen voran natürlich die Menschheit in ihrer naturgegebenen Führerrolle ihren Marsch in Richtung Freiheit und Gleichberechtigung aufnehmen.

Nur, dass Lukianenko es sich nicht ganz so einfach macht.

Bis zum Spionageunternehmen läuft der Plot nach gewohntem Schema ab. Dann aber schwenkt die Handlung plötzlich und unerwartet um. Durch die Augen unseres Protagonisten lernen wir eine Welt kennen, in der alles akkurat und vorherbestimmt abläuft. Von frühester Kindheit an werden die Menschen indoktriniert, steht Bildung, Friede und Freundschaft ganz im Zentrum des Lebens. Liebe, Zuneigung wird geplant und dosiert zur Erreichung des gewünschten Ziels eingesetzt, die Menschlichkeit, die freie Persönlichkeitsentfaltung bleibt auf der Strecke. Das nimmt, verpackt in eine abwechslungsreich und spannend aufgebauten Handlung immer düstere Züge an, das erinnert in seiner Ausgestaltung an eine Distopie.

Der Autor fordert, für ihn nicht ganz typisch seine Leser auf, nicht nur mit- sondern auch weiterzudenken, sich einzulassen auf die beschriebenen Lebensumstände, und selbst zu werten, ob eine friedliche Gesellschaft zu diesem Preis wirklich erstrebenswert ist.
Das hat Tiefgang, das liest sich im zweiten Teil ganz anders, Lukianenko-Ungewohnt nachdenklich, ja fast pessimistisch, nur dass der Autor vergessen hat, seinen Roman rund abzuschliessen. Mitten in der Handlung bricht selbige ab, Fortsetzung folgt. Neben dem mehr als augenfreundlichem Satzspiegel – das Buch hätte man ohne Schwierigkeiten auch auf 300 Seiten drucken können – das Ärgernis schlechthin, weiss man doch nicht, wie die Abenteuer Pjotrs und seiner Freunde letztlich enden werden, was aus der zu friedlichen Welt der Geometer wohl letztlich wird.

Sergej Lukianenko: Sternenspiel.
Heyne, Januar 2009.
637 Seiten, Taschenbuch, 15 Euro.

Carsten Kuhr

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