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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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John Conolly: Das Buch der verlorenen Dinge
Jetzt bestellen bei amazon.de! »Das Buch der verlorenen Dinge« hat mich überrascht – nicht immer positiv. Es hat mich begeistert und ein paar Zeilen weiter abgeschreckt. Die Geschichte über David, der auf seinem Weg durch ein unbekanntes, gefährliches Land auf der Suche nach seiner toten Mutter seine Jugend verliert, Ungeheuer tötet, grausige Gestalten in die Flucht schlägt und Hexen und grausame Menschen den Tod bringt, ist so verdreht anders und ohne Hoffnung, dass es mich, jedes Mal, wenn ich ein Kapitel beendet hat, verstört zurück ließ.

Doch das, was mich voller Sehnsucht auf den ersten Seiten mit sich zog, fand ich am Ende wieder, und dafür war ich dankbar.


Obwohl David versuchte, seine an Krebs erkrankte Mutter, ein guter und ruhiger Sohn zu sein, obwohl er mit verschiedenen Ritualen hoffte, ihr Leben zu verlängern, stirbt sie. Für David zerbricht die Welt. Doch es kommt schlimmer, als sein Vater ihm eine neue Frau vorstellt: Rose. Und sei das noch nicht fruchtbar genug, wird Rose schwanger. David zieht mit seinem Vater zu ihr in ein großes Haus. Dort erhält er ein dunkles Zimmer, das jedoch voller Bücher steht. Und Geschichten sind Davids Leidenschaft. Er sucht Zuflucht in ihnen. Und manchmal scheint die Welt in seinem kleinen Zimmer zu der aus einem seiner Bücher zu werden.
David steigert sich in die familiäre Situation rein, er hasst Rose und seinen kleinen Stiefbruder Georgie. Eines Tages, als er sich im Garten aufhält, glaubt er einen Schatten in seine Zimmer zu sehen, doch sein Vater glaubt David nicht. Als er später die Stimme seiner Mutter hört, die ihn ruft zu ihm zu kommen und sie zu befreien, zögert er nicht und folgt ihr durch einen Riss in einer Mauer.

David landet in einer Welt, in der er nicht das bekommt, was er sucht, jedoch – nach vielen Gefahren – eine Erkenntnis erhält, die er vermutlich nie bekommen hätte. Und diese Erkenntnis, aber auch die Begegnungen und Weissagungen der Wesen, verändern ihn für immer.


Zu Beginn schleicht die Geschichte langsam, jedoch nicht langatmig voran. Die Ausschweifungen in der realen Welt – die nur einen Bruchteil des Buches einnimmt – hätte ich mir auch in der phantastischen Welt hinter der Mauer gewünscht. Und so wie sich die Welten ändern, nimmt die Sprache, mit ihren unglaublich schönen, langen, aber geschlungenen und nachvollziehbaren, sanften, einfachen Sätzen ab. Die Sprache wird kühler, die Sätze gerade.

Vieles blieb unausgesprochen, was vom Autor möglicherweise so gewollt war:
Kindesmissbrauch, Kindesmisshandlungen und Vernachlässigungen finden sich in verschleierten Andeutungen genauso wieder wie Homosexualität. Zudem bedient sich John Connolly bei den unterschiedlichsten Märchen. Doch keines lässt er, wie wir es kennen. Da wird gebissen und aufgerissen, gekratzt, zerstört, getötet, verschlungen, Köpfe rollen und Eingeweide fallen aus aufgeschlitzten Körpern. Bekannte Märchengestalten – egal ob sie im Ursprung gut oder böse waren, werden zu grausamen Horrorgestalten.

»Das Buch der verlorenen Dinge« stellt das Böse in den Vordergrund. Hoffnung oder ein Happy End gibt es nicht.

Ich habe etwas anderes erwartet und sehe auf das, was ich bekommen habe, zwiespältig zurück. Wenn ich das Buch ein zweites Mal lesen sollte, weiß ich, was mich erwartet und ich glaube, dass ich dann begeistert sein werde. Ich bin nicht enttäuscht über das, was ich erhalten habe, aber befremdlich nachdenklich.

»Das Buch der verlorenen Dinge« scheint mir weniger eine Liebeserklärung an Märchen zu sein, sondern diese zu verspotten und die darin vorkommenden Grausamkeiten nicht nur hervorzuheben, sondern blutig auszuschmücken.

Ein kleines Meisterwerk, wenn man weiß, worauf man sich einlässt, das durchaus in die Horrorecke geschoben werden könnte.


John Connolly erhielt für »Das Buch der verlorenen Dinge« 2007 den Alex Award – eine Jugendbuchauszeichnung.


Erster Satz: »Es war einmal – denn so sollten Geschichten beginnen – ein Junge, der seine Mutter verlor.

John Conolly: Das Buch der verlorenen Dinge.
List-Verlag, August 2008.
330 Seiten, Hardcover, 16,90 Euro.

Nicole Rensmann

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