Burgturm im Nebel
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"Was mögen sich im Laufe der Jahrhunderte hier schon für Geschichten abgespielt haben?" Nun, wir beantworten Ihnen diese Frage. In diesem Buch.
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Arthur Miller: Tod eines Handlungsreisenden (1949)
Jetzt bestellen bei amazon.de! „You can´t eat the orange and throw the peel away- a man is not a piece of fruit!”

Die letzten 24 Stunden des Handlungsreisenden Willy Loman zeigen beispielhaft das Schicksal eines Mannes, der in seiner Verzweiflung sein Scheitern am kapitalistischen System nicht wahr haben will. Mit Hilfe von Rückblenden erzählt Arthur Miller in dem Drama „Tod eines Handlungsreisenden“ wie es dazu kam, dass der mittlerweile 63-jährige Familienvater Willy Loman keinen anderen Ausweg weiß, als Selbstmord zu begehen.

Auch, wenn Willy Loman einem vielleicht nicht sofort sympathisch ist, entwickelt man doch im Laufe des Stücks oder während des Lesens zumindest Mitleid für ihn. Auch seine Frau Linda, die ihn bedingungslos liebt und naiv genug ist ihm alles zu glauben und seine Söhne Biff und Happy, die an den falschen Ideen ihres Vaters angesteckt ebenso zu scheitern drohen, wie er, sind in keiner beneidenswerten Situation. Schließlich lebt ihr Vater mit der falschen Hoffnung, dass Beliebtheit, Kontakte, Persönlichkeit und Popularität der Schlüssel zum Erfolg sind. Er verkennt die Realität völlig und wird immer wieder von Erinnerungen eingeholt, die ihn krank machen. So glaubt er, dass der „American Dream“ auch für ihn noch wahr werden wird und er eines Tages erfolgreich und bekannt sein wird. Dass er aber niemals reich und erfolgreich sein wird, wie sein Bruder Ben, den er sein ganzes Leben lang bewundert und beneidet hat, ist ihm nicht klar.

Willys falsche Vorstellungen und Lebensweisheiten werden auch für seine beiden Söhne zum Problem, die ihren Vater bewundern und um seine Aufmerksamkeit ringen. Seine Erziehung sieht so aus, dass er ihnen erklärt, dass Erfolg nur das Ergebnis von Beliebtheit ist und dass er ihnen teure Geschenke macht, statt ihnen zu verdeutlichen, dass sie arbeiten und lernen müssen, um erfolgreich zu sein. Damit zerstört er das Glück seiner Kinder, die ein Leben lang versuchen seine hohen Erwartungen nicht zu enttäuschen und dabei daran gehindert werden das zu tun, was ihnen Freude macht. Das Verhältnis zu seinem älteren Sohn Biff ändert sich schlagartig, als er seinen Vater im Hotel mit einer anderen Frau beobachtet. Er merkt, dass sein Vater nie der erfolgreiche und zufriedene Geschäftsmann war, der er immer zu sein vorgab. So kommt es auch, dass er auch bei der Beerdigung seines Vaters immer noch enttäuscht von ihm ist, auch, wenn er die glücklichen Kindertage nicht vergessen hat.

Das Drama zählt zu Recht zu den Klassikern. Willys Arbeitgeber Howard steht für den Stereotyp eines herzlosen Geschäftsmanns, der nur an den Gewinn seiner Firma denkt und dabei vergißt, dass es Menschen sind, die für ihn arbeiten und dessen Leben er zerstören kann, wenn er sie entlässt. Willy Loman ist entsetzt, dass er seinen Job verliert, obwohl er immer sein Bestes gegeben hat für seine Firma und kann nicht verstehen, wie man ihn jetzt, wo er alt ist und Geld braucht, um seine Versicherungen zu bezahlenn, allein lassen kann. Aber, dass Willy sagt „ You can´t eat the orange and throw the peel away- a man is not a piece of fruit“, beeindruckt seinen kühlen Chef wenig. Ein aktuelles Thema im Zeitalter der Globalisierung ist, dass Arbeitnehmer drohen auf ihren Nutzen reduziert zu werden und der Mensch als Individuum in den Hintergrund gedrängt wird. Ebenso thematisiert werden Erfolgsdruck und Arbeitslosigkeit verbunden mit psychischen Problemen.

Aber noch ein anderes, vielleicht viel zeitloseres Problem, ist das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, besonders zwischen Vätern und Kindern, das hier einen dramatischen aber deswegen nicht weniger realistischen Verlauf hat. Die hohe und unrealistische Erwartung in den Kindern das zu realisieren, was den Eltern selbst nicht gelungen ist, ist ein ebenso aktuelles, wie sensibles Problem.

Arthur Miller: Tod eines Handlungsreisenden (1949).
Fischer-Taschenbuch, 1986.
128 Seiten, Taschenbuch, 6,95 Euro.

Lena Harmes

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