Der Tod aus der Teekiste
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John Updike: Terrorist
Jetzt bestellen bei amazon.de! Einen Roman über den Terrorismus zu schreiben, liegt nahe. Aber dass ein solches Buch ausgerechnet von John Updike kommt, ist überraschend.

Schließlich hat Updike – mittlerweile 73 – bislang am liebsten über die Eheprobleme der Mittelschichts-Amerikaner geschrieben. In seinem neuen 400-Seiten-Werk „Terrorist" wird alles anders. Fast jedenfalls. Updike beschreibt den Werdegang des 18-jährigen Ahmed zum Fundamentalisten, der auch seinen eigenen Tod in Kauf nehmen würde. „Fast", weil es trotzdem einen schöne, aber für den Fortgang der Geschichte völlig unerheblichen Seitensprungs-Handlungsstrang gibt. Updike bleibt Updike.

Doch trotz solch unnötiger Abschweifungen ist das Buch gelungen. Es zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass nicht zwangsläufig alle zum Terror bereiten jungen Männer Monster sind. Sie können auch Opfer sein, die von ihrer familiären Situation, ihrer Umwelt ihren Freunden und Lehrern auf einen solchen Weg geraten. Wie Ahmed. Vom arabischen Vater im Alter von drei Jahren verlassen, wächst er bei seiner haltlosen irischen Mutter auf, die sich wechselnden Männerbekanntschaften hingibt. In der Schule ein Außenseiter, findet er nur Halt bei einem strengen Koran-Lehrer und später bei einem Job als Möbel-Auslieferungsfahrer. Doch die Firma entpuppt sich als terroristische Keimzelle ...

Updike gelingt die Beschreibung des Milieus, in dem radikales Gedankengut gedeiht – im Gegensatz zu einem Amerika, das in diesem Buch mit seiner Oberflächlichkeit ebenfalls kein erstrebenswertes Paradies (mehr) darstellt und somit erst den Nährboden für den Terrorismus bildet. Ahmed sehnt sich nach mehr Sinn, nach mehr Religiosität in seinem Leben, als es seine amerikanischen Mitschüler vorleben.

„Terrorist" ist viel gelungener als Updikes voriges Buch „Landleben", das wir ebenfalls an dieser Stelle vorgestellt haben. Und das Ende ist sogar so spannend, dass es mühelos mit jedem Thriller mithalten kann. Empfehlenswert!

John Updike: Terrorist.
Rowohlt, Reinbek, August 2006.
400 Seiten, Hardcover.

Andreas Schröter

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