Der himmelblaue Schmengeling
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Meg Rosoff: So lebe ich jetzt
Jetzt bestellen bei amazon.de! Das New Yorker Mädchen Daisy wird von ihrem Vater für einige Zeit nach England geschickt, um dort bei ihrer Tante und deren Kindern zu leben. Tante Penn reist jedoch nach wenigen Tagen, die Daisy in ihrem Haus verbracht hat, nach Schweden, so dass sie mit Piper, Edmond, Isaac und Osbert allein zurückbleibt in der ländlichen Umgebung, die sich von ihrem eigenen Wohnort so sehr unterscheidet. Kaum sind die Jugendlichen unter sich, geht im weit entfernten London eine Bombe hoch und Krieg bricht aus. Vorerst bekommen sie davon wenig zu spüren, leben sorglos mit der Natur im Einklang und freuen sich an der neu gewonnenen Freiheit. Zwischen Daisy und dem geheimnisvollen Edmond entsteht eine Liebesbeziehung, die sie mehr oder minder vergeblich vor den anderen Jugendlichen geheim zu halten versuchen. Dann holt der Krieg Daisy und ihre Verwandten ein und sie werden voneinander getrennt.

Das erste Drittel des Buches kommt recht unspektakulär daher. Die jungen Menschen nehmen zwar wahr, dass in London etwas passiert ist und ihre Tante bzw. Mutter vorerst in Schweden festsitzt, aber das kümmert sie nicht weiter. ‚Irgendwo in der Welt war an diesem Abend ein Krieg im Gange, aber uns konnte er nicht berühren’, heißt es sehr treffend an einer Stelle. Sie leben weiterhin in den Tag hinein, ja, genießen die neu gewonnene Freiheit! Der Leser bereitet sich auf eine klassische Liebesgeschichte zwischen zwei Teenagern vor, die vorerst im Geheimen stattfindet. Wie sich die Geschichte dann jedoch entwickelt, ist überraschend! Daisy, Edmond und die anderen stellen in ihrer Umgebung zunehmend Veränderungen fest, an denen der Krieg zum größten Teil Schuld ist. Schlange stehen beim Supermarkt, die Gerüchte, dass Seuchen sich ausbreiten, und lebenswichtige Dinge wie Medizin und Strom verebben langsam. Zunehmend müssen die Jugendlichen ihre Insel, die sie sich geschaffen haben, verlassen und Vorkehrungen treffen, um ihr eigenes Überleben zu sichern.
Diese Veränderung wird besonders an Daisy, die die Ereignisse mit eigenen Worten nacherzählt, deutlich. Hat sie sich zu Beginn ihres England-Aufenthaltes noch Gedanken über die Beziehungsprobleme ihrer Mitschüler gemacht, stehen nun ganz existenzielle Fragen im Mittelpunkt ihres Denkens und sie lernt, was es heißt, Verantwortung für andere zu übernehmen. Genauer gesagt für Piper, mit der sie zusammen den Hof verlassen muss, um in Sicherheit zu bleiben.
Sie passt sich ihrer neuen Rolle an und ändert viele ihrer Verhaltensweisen. Ihr bisheriges Leben rückt in den Hintergrund und sie bemerkt viele Fehlüberlegungen, die in ihrem Leben in New York an der Tagesordnung waren. Dort hat sie beispielsweise mit Essensverweigerung versucht, bestimmte Dinge zu erzielen. Nun, in England, wäre sie dankbar für jede Form von Nahrung, die sie finden kann. Der Krieg, der für die Mädchen letztlich auch Grauen bereithält, lässt Daisy spürbar erwachsen werden. Sicher nur einer der Gesichtspunkte, die der Autorin Meg Rosoff zu einem Erfolg mit diesem Jugendroman und dessen Nominierung für den deutschen Jugendliteraturpreis 2006 verhalfen.

Mit dem weitgehenden Verzicht auf die direkte Wiedergabe der wörtlichen Rede, schießt Meg Rosoff sich jedoch ein Eigentor. Das wirkt von Anfang an befremdlich und erschwert ein Einfinden in das Buch. Damit wird durchaus eine Absicht verfolgt, denn die Beiträge, die in der direkten Rede gesetzt sind, stechen enorm hervor und bekommen auf diese Weise mehr Geltung verliehen. Auf den ersten Seiten erweist sich dieses Stilmittel jedoch nicht förderlich. In den Gesprächen finden sich oft wenig Details, die Rechtschreibung wird – zwar absichtlich – missachtet und die nötige Atmosphäre bleibt bei den Dialogen vorerst aus. Sind mehrere Personen in eine Konversation verwickelt, wirkt dies schnell verwirrend. Angenehm zu lesen sind die Kapitel hingegen in Bezug auf ihre Länge, da die meisten von ihnen kurz gehalten sind und sich auf die wesentlichen Aspekte beschränken.
Den Ton der jungen Daisy trifft die Londoner Autorin trotz allem gut! Sie betrachtet die ländliche Gegend mit den Augen einer Großstädterin und kann wenig Begeisterung für die Tiere und Pflanzen aufbringen, wundert sich sogar über die 9-jährige Piper, die ganz selbstverständlich Aufgaben im Haushalt übernimmt.

Mit jeder Seite steigert sich die Qualität des Textes und man kann sich »So lebe ich jetzt« nicht mehr entziehen. Ein bewegendes Buch mit überraschender Wende und einer Protagonistin, die spürbar eine Entwicklung durchmacht.

Meg Rosoff: So lebe ich jetzt.
Carlsen, Dezember 2008.
203 Seiten, Taschenbuch, 6,95 Euro.

Janine Gimbel

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