Wellensang
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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Norbert Gstrein: Einer (1988)
Jetzt bestellen bei amazon.de! Mit seiner 1988 erschienenen Debüterzählung „Einer“ legt der tiroler Autor Norbert Gstrein den verbalen Zeigefinger in die klaffende Wunde der Sprach- und Selbstaufgabe, die der alles dominierende Wintertourismus den Bewohnern eines kleinen westösterreichischen Schiorts alljährlich hinterlässt.

„Jetzt kommen sie und holen Jakob.“ Jakob, das ist „Einer“, der es nicht geschafft hat, der durch die Oberfläche der touristischen Lustbarkeiten gebrochen ist und in einer gleichsam frustrierten wie angepasst opportunistischen Dorfgemeinschaft keinen Halt findet, wodurch er unweigerlich in Sprach- und nicht zuletzt Hilflosigkeit gerät. Daran schließlich zerbricht Jakob ebenso wie die leeren Weinflaschen aus seinen Händen, und die, die ihn holen, verstehen die Geschichte nicht, die Jakobs Brüder und seine Mutter zwischen „fünf nach elf“ und „acht nach eins“ im elterlichen Dorfgasthaus den Vertretern des Gesetzes offenlegen.

Der Autor lässt in diesen zwei Stunden einen älteren Bruder in wechselndem Tempus die zunehmende Verstörung Jakobs reflektieren, die der dörflichen Monotonie montageartig gegenübergestellt wird. Als ständig präsenter Hintergrund blickt dabei die latente Überheblichkeit der Ansässigen durch die nach außen getragene überlebenssichernde Gastfreundschaft gegenüber den Geldgebern aus dem Norden. Die Technik, gleiche oder ähnliche Situationen jeweils mit geringfügig anderen Worten zu schildern, unterstreicht den saisonal bedingten, wechselhaft gleich bleibenden Lebenszyklus der Betroffenen. Denn betroffen sind sie alle, nicht zuletzt durch und über das, was Jakob schließlich angestellt hat, worüber der Leser allerdings nur noch mutmaßen kann. Über dem Versuch, in Jakobs unbeschreibliche Welt einzudringen, versagt die Sprache gänzlich; was bleibt, ist eine den Protagonisten übersteigende Verstörung, aus der ein Ausbrechen unmöglich scheint. „Er hatte den Sinn für die Wirklichkeit verloren – und nichts dazugewonnen.“

Zwei Jahre vor Erscheinen des ersten Teils von Felix Mitterers „Piefke-Saga“ nimmt Gstrein in seiner Erzählung die Auswüchse des modernen Tourismus vorweg, nicht ohne durch die Fokussierung auf eine gescheiterte Existenz die Ebene der banalen Sozialkritik zu verlassen.

Norbert Gstrein: Einer (1988).
Suhrkamp.
118 Seiten, Taschenbuch, ab 1 Euro.

Daniel Kindslehner

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