Burgturm im Nebel
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"Was mögen sich im Laufe der Jahrhunderte hier schon für Geschichten abgespielt haben?" Nun, wir beantworten Ihnen diese Frage. In diesem Buch.
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Mathias Nolte: Roula Rouge
Jetzt bestellen bei amazon.de! "Weil in Berlin Verlierer weniger auffallen als an irgendeinem anderen Ort der westlichen Hemisphäre", ist Jonathan Schotter genau dorthin gezogen. Denn als Verlierer fühlt er sich, nachdem er mit achtundvierzig Jahren seinen Job an einen Jüngeren abtreten musste, genauso wie seine Frau an einen argentinischen Poeten. Er mietet sich ein riesiges Loft und verbringt die Zeit in der dieses nach seinen Wünschen hergerichtet wird in einer kleinen Pension. Ohne ein Ziel vor Augen streift er durch Berlin, bis ein Mädchen in der S-Bahn auf dem Sitz ihm gegenüber seinen Rucksack vergisst. Entgegen seiner eigentlichen Natur öffnet er diesen und beschließt, nachdem er den darin befindlichen Laptop entdeckt hat, ihn nicht zum Fundbüro zu bringen, sondern mit nach Hause zu nehmen. Das Passwort zu erraten fällt ihm nicht schwer und die folgenden Tage verbringt er damit, immer tiefer in die Privatsphäre dieser Fremden einzudringen. Sie ist so anders als er selbst. In der S-Bahn trug sie ein T-Shirt mit „Fuck Berlin“-Schriftzug, Schotter dagegen legt sehr viel Wert auf Marken und Seriosität seiner Kleidung. Während bei Schotter alles seine Ordnung haben muss, herrscht auf dem Desktop des Mädchens, dass sich Roula Rouge zu nennen scheint, heilloses Chaos. Er entdeckt intime Fotos von ihr sowie einen Ordner, den sie „Böse“ nennt, dessen Inhalt Jonathan Schotter ein Rätsel ist. Je mehr er über die geheimnisvolle Roula erfährt, umso stärker wird sein Bedürfnis, sie persönlich kennen zu lernen. Er macht sie ausfindig, dringt auch in ihr reales Leben ein. Schotter und Roula Rouge verlieben sich trotz des Unterschieds in Alter und Charakter. Roula erzählt ihm von dem Mann, der ihr I-Book gestohlen hat, den sie finden und an dem sie sich rächen will. Schotter weiß, dass sie niemals erfahren darf, dass er dieser Mann ist, dass er viel mehr über sie weiß, als irgendein anderer Mensch und dass er alles daran setzen wird, das Geheimnis um den „Böse“-Ordner zu lüften…

Mein einziger Kritikpunkt: Mathias Nolte bedient sich einiger schon etwas ausgelutschter Klischees. Den spießigen Verlierer, der sich in die junge, wilde Frau verliebt nimmt man ihm nicht ganz ab, da vor allem die Faszination, die in Schotters Augen von Roula ausgehen muss, dem Leser nie beschrieben wird. Schotters Handeln – warum er überhaupt den Rucksack einer Fremden, die er eher abfällig beobachtet hat mit nach Hause nimmt – bleibt unklar. Die Charaktere, unter anderem Schotters Ex-Frau Susanne von Lilienthal, eine bildende Künstlerin mit einer Vorliebe für Anglizismen und außergewöhnliche Männer und der mit Schotter befreundete Kellner eines italienischen Restaurants, sind relativ stereotyp.
Ansonsten aber ist der Roman von der ersten bis zur letzten Seite spannend und unterhaltsam, vor allem die geschickte Wendung gegen Ende hatte ich nicht erwartet.

Mathias Nolte, geboren 1952 in Reinbek bei Hamburg, arbeitete nach einer Buchhändlerlehre als Journalist und lebt heute als freier Autor in Berlin und München.


Mathias Nolte: Roula Rouge.
Knaur, Februar 2009.
366 Seiten, Taschenbuch, 8,95 Euro.

Carolin Glock

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