'paar Schoten - Geschichten aus'm Pott
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Das Ruhrgebiet ist etwas besonderes, weil zwischen Dortmund und Duisburg, zwischen Marl und Witten ganz besondere Menschen leben. Wir haben diesem Geist nachgespĂŒrt.
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Jonathan Stroud: Valley - Tal der WĂ€chter
Jetzt bestellen bei amazon.de! Jonathan Stroud macht es seinen Helden wirklich nicht leicht. Nie sind seine Protagonisten die braven, strebsamen StrahlemĂ€nner- und Frauen, denen alles einfach zufliegt, fast immer Aussenseiter die kĂ€mpfen mĂŒssen, um ihren Weg zu gehen, und die auf scherzhafte Art lernen und wachsen mĂŒssen.

Hal Svensson, mit seinen 14 Jahren zweitgeborener Sohn der Svenssons, ist hier keine Ausnahme. Immer hat er nur Streiche im Kopf, selten lĂ€sst er sich massregeln, geschweige denn, dass er einsieht, dass das Leben auch Pflichten beinhaltet. Mit seinen zu kurz geratenen Beinen ist er das Gespött der Menschen, mit seiner aufbrausenden, ja teilweise gewalttĂ€tigen Art muss man sich Sorgen ĂŒber seine Zukunft machen. Mehr als alles Andere bereut er es nicht in die Zeit der alten Helden hineingeboren zu sein. Einer Zeit, in der ein Mann mit dem Schwert in der Hand sich noch einen Namen machen konnte, in der die Trolde noch allnĂ€chtlich die Höfe der Menschen heimsuchten und blutige Ernte hielten.

Nachdem sich die Helden der damaligen Zeit zusammenschlossen, wurde die Gefahr durch die Trolde fĂŒr das Tal gebannt. Seitdem wachen die im Kampf gefallenen Helden, zusammen mit ihren toten Nachkommen in den HĂŒgelgrĂ€bern an der Grenze des Tales darĂŒber, dass nie wieder ein Trolde seinen Fuss in ihre Heimat setzt.

Das Tal selbst, erinnert an ein frĂŒhes Skandinavien der spĂ€ten Wikkinger-Ära. Die Gehöfte liegen weit auseinander, die Menschen stehen einander, trotz eines brĂŒchigen Friedens misstrauisch, ja zum Teil ablehnend gegenĂŒber. Nur das Wissen, dass die Familienzwiste in der Vergangenheit beinnahe zur Ausrottung ganzer Familien gefĂŒhrt haben, hĂ€lt die Sippen davon ab, ĂŒbereinander herzufallen. Statt dessen versucht man mittels Heiraten einen zumindest brĂŒchigen Frieden aufrechtzuerhalten. WĂ€hrend die Frauen sich um die Sippengeschichte, das Aburteilen von Straftaten und das Heim kĂŒmmern, sind die MĂ€nner fĂŒr die harte und anstrengende Arbeit auf den Feldern zustĂ€ndig. Dies alles wird, zum Grossteil im Verlauf der Handlung in selbige eingeflochten, wirkt gerade durch seine AlltĂ€glichkeit Ă€usserst glaubwĂŒrdig und realistisch.

Einmal im Jahr treffen sich die Sippen jeweils auf einem der Familienstammsitze. Dieses Mal sind die Svenssons als Gastgeber gefordert. Aufgrund eines Streiches, den Hal, wer denn auch sonst, ausgeheckt hat, bleiben die ĂŒberheblichen Hakonssons zu einem Versöhnungsmahl einen Tag lĂ€nger. Bei Essen selbst kommt es zum Eklat - Hals betrunkener Onkel beleidigt die GĂ€ste. Am nĂ€chsten Morgen, noch bevor die Menschen aus den Federn kriechen, muss Hal hilfslos mit ansehen, wie sein Onkel von einem der GĂ€ste erstochen wird.

Seit Vater will auf Rat seiner Frau die Versammlung anrufen, und sich die Tat mit der Überlassung eines StĂŒcks fruchtbaren Landes vergelten lassen. Hal dagegen hat ganz andere PlĂ€ne. Er macht sich auf, die TĂ€ter blutig zur Rechenschaft zu ziehen.

Aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz bekommt er den TĂ€ter zwar vor seine Klinge, bringt es aber nicht ĂŒber sich einen Menschen kaltblĂŒtig umzubringen. Was sich in den Epen und Geschichten so einfach und heroisch anhört, ein Leben zu nehmen, das bringt er einfach nicht ĂŒbers Herz. Sein Opfer hat derartige Gewissensbisse nicht. Mit einem SchĂŒrhaken geht er auf den Jungen los, im Verlauf des Kampfes geht die Halle der Hakonssons in Flammen auf, der TĂ€ter verbrennt. Verfolgt von den Hakonssons flieht Hal und schlĂŒpft bei Aud, der Tochter eines anderen Clans unter. In der Folgezeit entbrennt eine blutiger Konflikt, in dem Hal immer wieder beweist, dass er und Aud, bauernschlau wie sie sind,ihre HĂ€schern entgehen können, seine Heimat aber durch die Fehde bedroht wird. Nur wenn er sich seinen Ängsten stellt, und die Verfolger ins Land der Trodle lockt, ist die Vernichtung seiner Familie und seiner Heimat aufzuhalten - auch wenn ihn dies vielleicht sein eigenes Leben kosten wird ...



Das Tal prĂ€sentiert uns eine Fantasy-Welt die aber auch so gar nichts mit den ĂŒblichen mĂ€rchenhaften Gefilden zu tun hat. Statt grandioser Kulissen mit himmelshohen, majestĂ€tischen Gebirgen oder mĂ€rchenhaften Buchten, unergrĂŒndlichen WĂ€ldern und weiten Ebenen schildert Stroud uns ein karges Tal, in dem die Bewohner mĂŒhsam dem Boden ihr tĂ€glich Brot abringen.

Jenseits der von den Verstorbenen bewachten Grenze bebt die Erde, schreien die Ungeheuer, die aus der Tiefe des Bodens kommend die Unvorsichtigen, die sich in ihre Reich verirren gnadenlos jagen und zerfleischen.

Obwohl die Trolde nie nÀher beschrieben werden, beherrscht die Bedrohung das Leben und Denken der Menschen. Gerade weil die Beschreibung diffus bleibt, wirken die Wesen furchteinflössend auf den Leser.

Ein weiteres Pfund, mit den Stroud wuchert, ist das feste Fundament, auf dem er seine Gesellschaft baut. Jede der Familien hat einen der Helden als Vorfahr, ehrt sein Gedenken, und hĂ€lt die wenigen Überbleibsel, die an ihren Stammvater erinnern hoch.

Und natĂŒrlich hĂ€lt jeder Clan ihren Vorfahr fĂŒr den Wichtigsten, den MĂ€chtigsten der damaligen Gruppe. So werden Abenteuer je nach Familie mit unterschiedlichen Personen in der Rolle des Helden bzw. in der des besiegten oder lĂ€cherlich gemachten Unterlegenen erzĂ€hlt. Die hier zu Tage tretende Menschlichkeit, sich und seine Wurzeln immer in den Mittelpunkt zu stellen, trĂ€gt weiter zur inneren Überzeugungskraft des Buches bei.

Dazu gesellen sich zwei Protagonisten - Hal und Aud - wie im Verlauf der Geschehnisse leiden, sich verletzten, gedemĂŒtigt werden. Schnell merken wir, dass Aud von den Beiden die Gewitztere ist, versteht sie es doch den dickköpfigen Hal unauffĂ€llig zu lenken. Nach einem Beginn, der ein wenig an die Sturheit eines Don Quichotte de la Mancha erinnert, muss Hal einsehen, dass er sein Abenteuer zwar bekommen hat, die Suche nach Ruhm aber durch ein tiefes Tal der TrĂ€nen fĂŒhrt. Die Zeit des Lernen, eine Zeit die fĂŒr Hal harte, schmerzhafte Lektionen bereit hĂ€lt, und ihm die Augen ĂŒber sich selbst und seine Welt öffnet, bietet dem jugendlichen wie erwachsenen Leser die Möglichkeit mit dem Charakter zusammen zu reifen, den vorgezeichneten Weg nachzuvollziehen.

Das ist sowohl vom Ton wie vom Inhalt her etwas ganz anders, als die fulminante und extrem unterhaltsame BartimĂ€us-Trilogie. Dieses Mal geht es nicht mit Volldampf ins Abenteuer gegen ĂŒbersinnliche Gegner. Statt dessen gilt es eine Welt und ihre Menschen zu entdecken - und das ist beileibe auch nicht schlecht erzĂ€hlt.

Jonathan Stroud: Valley - Tal der WĂ€chter.
cbj, Januar 2009.
493 Seiten, Hardcover, 18,95 Euro.

Carsten Kuhr

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