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Gruselig geht's in unserer Horror-Geschichten-
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Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie: Inferno (12. Jhd.)
Jetzt bestellen bei amazon.de! »Inferno« ist der erste Teil der »Göttlichen Komödie«, der Dante durch die neun Kreise der Hölle gehen lässt. Im Ersten Gesang begegnet ihm noch vor den Toren zur Hölle der von ihm bewunderte Vergil, der ihn fortan als Besucher durch die Höllenkreise führen wird. Bereits hier zeigt sich in der Waldsymbolik und der Wortwahl die Verbindung des Textes zwischen Dantes Leben und seinem Werk, wie sie sich z.B. an der Doppeldeutigkeit des ersten Verses erschließt, der sowohl symbolhaft als auch narrativ gelesen werden kann und soll:
»Es war in unseres Lebensweges Mitte,
Als ich mich fand in einem dunklen Walde,
Denn abgeirrt war ich vom rechten Wege.

Im ersten Kreis der Hölle finden sich diejenigen, die zwar prinzipiell ein gottgefälliges Leben geführt haben, aber als Ungetaufte (weil sie vor Christus und Johannes geboren und gelebt haben) trotzdem der Hölle zugehören müssen, wenn sie auch keine direkten Qualen erleiden. Dazu gehören Schriftsteller wie Homer und Ovid ebenso wie Krieger. Hier sind Männer und Frauen gleichermaßen vertreten, in den inneren Höllenkreisen für die schwereren Sünden scheint es dagegen deutlich mehr Männer zu geben.

Kreis um Kreis dringen Dante und Vergil mit jedem Gesang tiefer in die Hölle ein, die Sünden werden ebenso wie die Qualen von Kreis zu Kreis gesteigert, wobei die Reihenfolge, die Dante den Sünden gibt, einen eigenen Blick wert ist: Im zweiten Kreis existieren die Sünder des Fleisches, hier finden sich Tristan, Helena, Cleopatra, Paris, danach folgen Neider, Geizige und Hochmütige, schon im nächsten Kreis finden sich geizige Kirchenmänner und Sünder, die sich des Zorns schuldig gemacht haben. Der fünfte, nochmals unterteilte Kreis beinhaltet die Betrüger und Tugendlosen, wobei Dante noch in Betrug gegen sich selbst und gegen andere unterteilt, später fügt er noch den schlimmsten, den Betrug gegen Gott hinzu. In den mittleren Kreisen trifft Dante weniger auf historische Berühmtheiten, sondern immer mehr auf Menschen, die er kannte oder von denen er in seiner Zeit zumindest gehört haben musste wie den letzten Papst. Im Zentrum der Hölle findet sich schließlich der Teufel, der drei Menschen, die schlimmsten aller Sünder, gleichzeitig auffrisst. Hier ist Judas Ishariot neben Brutus verblieben.

Nachdenklich macht die Beschreibung des »Infernos« vor allem wegen der Sündengewichtung. Was erschien Dante als ethisch zu bestrafen und wie schwerwiegend erschien ihm die Tat. Manches gilt auch heute noch als verwerflich, aber nicht alles. So sieht Dante Odysseus nicht etwas als listigen Kriegshelden, sondern vielmehr als Sünder in der Hölle, weil er den Sieg über Priamos durch Betrug (mit dem Trojanischen Pferd) erreicht hat. Deswegen ist dieser Text auch heute noch interessant: Weil er etwas über Moralvorstellung und ihre Veränderung zu sagen hat. Dante urteilt selten, er beschreibt, und wird dabei oft genug von seinem tiefen Mitleid für die Sünder niedergerungen. Er empfindet also nicht etwa Genugtuung oder Wut, nein, er empfindet Mitleid. Ganz deutlich wird das in der Ugolino-Geschichte: Ugolino war mit seinen Söhnen im Kerker eingesperrt und man ließ sie verhungern. Nach dem Tod der Söhne hat er sich von den Leibern ernährt. Er ist tief im Höllenkreis damit beschäftig, seinen Kerkermeister ununterbrochen in den Kopf zu beißen. Wessen Strafe ist das jetzt – Ugolinos oder die des Kerkermeisters?

Der Ursprungstext ist gereimt, Karl Witte hat es als Prosafassung übersetzt, so daß sich die vierunddreißig Gesänge gut lesen lassen. Es ist ein Eintauchen in die Denkwelt des Mittelalters, das jede Mühe lohnt.

Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie: Inferno (12. Jhd.).
Beck, 2007.
121 Seiten, Taschenbuch, 6 Euro.

Regina Lindemann

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