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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Naomi Novik: Drachenwacht
Jetzt bestellen bei amazon.de! Im fünften Band der Reihe um den früheren Segelschiff-Kapitän Laurence und seinen Drachen Temeraire sind die Beiden erstmals für längere Zeit voneinander getrennt.

Nachdem Laurence im vorhergehenden Band sein geliebtes Heimatland verraten hat, und den verhassten Franzosen unter Napoleon das Heilmittel gegen die Seuche überlassen hat wird er für seine Tat vor den Kadi gezerrt. In einem beispiellosen Verfahren wird ihm der Prozess gemacht, er wird seiner Ehre entledigt und verurteilt. Noch bevor das Urteil aber vollstreckt werden kann, gelingt Napoleon, mit Chinesischer Hilfe die erfolgreiche Eroberung Nordenglands. Laurence entkommt und macht sich auf den Weg durch ein zerstörtes England auf der Suche nach seinem Drachen.

Währenddessen wird Temeraire, in einem heruntergekommenen Zuchtgehege, das eher einem Gefängnis gleicht, festgehalten. Nachdem sein Kapitän verurteilt wurde, soll er England wenigstens dadurch dienen, dass er Eier und damit Nachschub an geflügelten Waffen liefert. Doch hier wurde ein Drache eingekerkert, der ein inneres Anliegen hat. Temeraire ist durch die Erlebnisse in China gereift und sucht seine Artgenossen zu emanzipieren. Während die intelligenten Drachen überall auf der Welt geschätzt, geachtet ja verehrt werden, ist ihre Bedeutung in Europa und seinen Kolonien nur auf ihren Einsatz als fliegende Waffe beschränkt. Zusammen mit seinen Leidensgenossen macht Temeraire sich auf, ihr Schicksal in die Hand, pardon Pfoten zu nehmen, und eigenverantwortlich zur Verteidigung Englands beizutragen.

Zusammen mit seinem tot geglaubten Freund Laurence machen sie sich auf gen London um dort Napoleon zu zeigen, was eine Harke ist ...



Nachdem wir in den ersten vier Bänden der mittlerweile auf insgesamt sechs Titel projektierten Serie die ganze Welt der Naomi Novik bereist haben geht es dieses Mal in heimische Gefilde. England steht ganz im Zentrum der Erzählung, und erstmals verlässt die Autorin nicht nur in Details sondern im grossen Geschehen das historische Vorbild. Napoleon erobert London, eine Vorstellung, die jedem aufrechten Briten die Zornesröte ins Gesicht treiben wird.

Nicht länger eilen wir von Triumph zu Erfolg, statt dessen zeigt uns die Autorin unsere beiden Hauptfiguren, der integre Kapitän und sein naseweiser Drache am Boden zerstört. Zwar ist Laurence immer noch der Überzeugung moralisch gerechtfertigt gehandelt zu haben, doch den Preis den er für seine gute Tat zu berappen hat, er ist mehr als hoch. Die meisten seiner Freunde wenden sich von ihm ab, er wird von seinem Drachen getrennt, vor den Kadi gezerrt und verhöhnt. Das nimmt den Leser gefangen, das rührt uns um so mehr, als wir die Tat selbst als auch die Verzweiflung und den inneren Zerrissenheit danach gut nachvollziehen können.

Doch nicht nur der Mensch, der bislang, bei aller Liebe zum Drachen die Romane dominiert hat, sondern auch Temeraire steht erstmals deutlicher im Zentrum der Aufmerksamkeit. Seine Entwicklung hin zu einem selbständig und immer selbstbewusster denkenden und auftretendem Wesen ist auch in Einzelheiten fasziniert dargestellt. Die Gestalten sind es denn auch, natürlich mit einem Schwerpunkt auf unser ungewöhnliches Duo, die die Serie weit über den üblichen Drachen-Zyklen hervorheben. Man muss den Hut vor Naomi Novak ziehen – in nur rund 3 Jahren seitdem sie Debutierte hat sie eine auch in Einzelheiten faszinierende Saga geschaffen, die ihresgleichen sucht. Angereichert hat sie dieses Mal ihre Handlung mit einer der eindrucksvollsten Schlachtbeschreibungen, die ich je gelesen habe.

Dazu gesellt sich eine wahrhaft aussergewöhnliche Gestaltung des Buches. Von Blanvalet zum All-Age Verlag Penhaligon, der ebenfalls zu Random House gehört gewechselt, haben sich die Verantwortlichen einiges überlegt, um den Band aus dem üblichen Buchallerlei hervorzuheben. So ist das gesamte Cover inklusive Backcover geprägt, so dass man den Eindruck hat, dass das Buch in eine echsenähnliche Drachenhaut eingebunden sei, dazu eine Spotlackierung mit zum Inhalt passender Illustration, da lacht des Lesers Herz. Ein Prachtband der sich unweigerlich und verdientermassen zum Bestseller mausern wird.

Naomi Novik: Drachenwacht.
Penhaligon, Februar 2009.
412 Seiten, Taschenbuch, 14,95 Euro.

Carsten Kuhr

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