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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Peadar Ó Guilín: Die Kuppel
Jetzt bestellen bei amazon.de! Der junge Mann Stolperzunge lebt in einem Stamm von Menschen, die jeden Tag um ihr Überleben kämpfen müssen. Im Fleischhandel mit anderen Lebewesen besteht für sie eine wichtige Nahrungsquelle und alte, schwache Mitglieder des Stammes melden sich freiwillig zu diesen Tauschhandeln, um das Bestehen ihrer Familien zu gewährleisten. Als Stolperzunge, der seinen Namen durch sein Stottern erhielt, schwer verletzt wird, droht ihm selbst das Schicksal, zu einem Freiwilligen zu werden und im Fleischhandel sein Leben zu lassen. Doch dann stürzt die Fremde Indrani über seinem Dorf ab und pflegt, obwohl sie die Sprache der Menschen nicht spricht, seine Wunden. Sein Bruder Wandbrecher heiratet die Frau allerdings gegen ihren Willen und sie gelangt so außerhalb von Stolperzunges Reichweite. Er jedoch setzt alles daran, sie aus den Händen seines Bruders zu befreien. Das führt dazu, dass Indrani und Stolperzunge flüchten müssen, als die Lage gefährlich wird ...

Im Mittelpunkt der Erzählung steht die meiste Zeit Stolperzunge, und doch wirkt die Handlung eher diffus, verläuft sich leicht in Nebenspuren. Spannung kommt nur sehr punktuell auf. Und doch kann dieses Buch bis zu einem gewissen Grad fesseln, denn insbesondere den Kannibalismus und die damit bei den handelnden Charakteren hervorgerufenen oder ausbleibenden Gefühle lassen sich nicht leicht überlesen. Stolperzunge, Wandbrecher und die anderen Menschen haben die Gesetze ihres Stammes so sehr verinnerlicht, dass sie sich teilweise wirklich freiwillig opfern und bestimmte Rituale sind fest in ihrem Denken verankert, so dass sie diese unterbewusst abspielen. Dem Autor gelingt es gut, dies herauszuarbeiten, die eigentliche Geschichte bleibt dabei jedoch manchmal auf der Strecke. Auch die Figuren gewinnen nicht recht an Farbe und Leben, was ebenfalls an der wenig gradlinigen und klaren Handlung liegen mag. Nach einem wirklich spannenden Anfang, kann »Die Kuppel« dies qualitativ nicht fortführen.

Störend für den Lesefluss erweisen sich besonders sprachliche Besonderheiten des Stammes. Der Himmel ist bei ihnen das Große Dach, der Fluss ein Feuchtpfad. Und so gibt es zahlreiche weitere Beschreibungen, die sich nicht direkt mit der deutschen Sprache decken. Durch die Vielzahl ist es fast unmöglich sich alles zu merken und so werden diese Worte, die wohl ursprünglich als besondere Charakteristika des Stammes gedacht waren, für den Leser zu Stolpersteinen.

Der deutsche Titel klingt zugegeben nicht gerade einladend oder spannend, macht zur Mitte des Buches allerdings durchaus Sinn. Die sonderbare Titelwahl wird dafür durch äußere Buchgestaltung wettgemacht. Diese wirkt geheimnisvoll und bedrückend zugleich und ist auch farblich gut gewählt. Die Seiten im Buch selbst sind jedoch eher lieblos bedruckt, Überschriften werden beispielsweise nur mit schlichten, unverzierten Großbuchstaben angekündigt. Das spiegelt das raue Innere des Textes, überzeugt im Preisleistungsverhältnis aber nicht wirklich.

In Amerika werden die Teile der Trilogie von einem typischen Kinder- und Jugendbuchverlag auf den Markt gebracht. In der deutschen Übersetzung – besonders beeinflusst durch die Stolpersteine im Text – würde ich mich jedoch dagegen entscheiden, dieses Buch als Jugendbuch zu beschreiben. Es mag denkbar sein, dieses Buch ab 15 Jahren zu lesen, es scheint mir jedoch genauso gut für erwachsene Leser geeignet und wird vom deutschen Verlag Penhaligon ohne den Hinweis auf ein Jugendbuch vertrieben. Wann genau die Trilogie auf Englisch fortgesetzt werden soll, ist bisher nicht bekannt.

Erschreckend und fesselnd zu lesen, in Handlung und Ausarbeitung der Figuren leider zu diffus, um wirklich zu überzeugen.

Peadar Ó Guilín: Die Kuppel.
Penhaligon, Januar 2009.
448 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,95 Euro.

Janine Gimbel

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