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Sibylle Lewitscharoff: Apostoloff
Jetzt bestellen bei amazon.de! Zwei Schwestern mittleren Alters reisen mit einem Fahrer namens Rumen Apostoloff durch das heutige Bulgarien. Die eine sitzt vorne und bemüht sich stets, nett und verbindlich zu sein, die andere- die Ich-Erzählerin- sitzt lieber hinten und gibt sich bissig und widerborstig. Dazu hat sie auch manchen Grund, denn das Meiste, was sie zu sehen bekommen, was Rumen versucht, ihnen als Sehenswürdigkeit nahe zu bringen, ist einfach nur grauenhaft: Monströse, potthässliche Denkmäler, ruinöse Industrielandschaften und Neubausiedlungen, die verbaute Schwarzmeerküste, selbst einzelne touristische Highlights sind zum Disneyland voller Krach und Kitsch verkommen. Auch ein Mafioso, ehemaliger Kumpel von Rumen, darf in diesem Gruselkabinett nicht fehlen. Was aber ist der Grund, warum sich die beiden durch ein derart unerfreuliches Land quälen?

Nicht die Reise ist das eigentliche Thema, sondern die Familiengeschichte der beiden Frauen, die selber bulgarische Wurzeln haben. Ihr Vater emigrierte nach dem Krieg nach Deutschland, wo er sich als Arzt in einem Vorort von Stuttgart niederließ. Doch früh fiel ein Schatten über die Familie: Der Vater, in der neuen Heimat offenbar nie angekommen, verfiel in Depressionen und nahm sich schließlich das Leben. Seine Tochter erinnert sich an ihn und eine freudlose Kindheit, und es ist ein Blick zurück im Zorn, den sie immer wieder in ihre Reisebeobachtungen einfließen lässt. Erst nach einigen Kapiteln erfährt der Leser den eigentlichen Grund der Reise: Ein Bekannter des Vaters, ebenfalls Exil-Bulgare und in Amerika zu Geld gekommen, will die sterblichen Überreste seiner Freunde in seine Heimat überführen. Er organisiert einen makabren Konvoi schwarzer Limousinen von Deutschland zum Sofioter Zentralfriedhof. Doch so einfach können seine Kinder die Vergangenheit nicht begraben...

„Apostoloff“ ist ein intelligenter Roman voller Sprachwitz und Ironie, die eine gewisse Distanz zum eher tragischen Grundthema schaffen. Scharfsinnige Beobachtungen, absurde Szenarien, bitterböser schwarzer Humor, kein Buch für Gutmenschen, da politisch völlig unkorrekt..

Allerdings verlangt der ständige Wechsel verschiedener Zeitebenen dem Leser einiges an Aufmerksamkeit ab .Immer wieder schweift die Erzählung unvermittelt in die Vergangenheit ab, und es ist zunächst nicht ersichtlich, dass die Reise zu dritt erst nach dem Beerdigungszug stattfindet. Auch bleibt Apostoloff als titelgebende Figur zu blass, so dass man sich als Leser fragt, warum der Roman seinen Namen trägt.
Lewitscharoffs Roman gewann den diesjährigen Preis der Leipziger Buchmesse.

Sibylle Lewitscharoff: Apostoloff.
Suhrkamp, März 2009.
248 Seiten, Hardcover, 19,80 Euro.

Susanne Tank

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