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März 2001
Schöne Männer braucht das Land
von Roswitha Borrmann

Meiers sitzen gemütlich beisammen. Mutter Bettina hält den kleinen Max im Arm und versucht, ihm nach und nach einen Brei zu füttern. Vater Peter ist hinter einer Tageszeitung abgetaucht, raschelt beim Umschlagen der Seiten und murmelt hin und wieder abfällige Kommentare. Die 13-jährige Anna blättert in einem Modekatalog und sucht nach dem Angebot für den aktuellen Frühjahrs- und Sommerlook, plappert unaufhörlich über Farben, Formen, Preise, Models.

Sie hält inne, blättert schweigend hin und her, fragt dann ihre Mutter. "Sag mal, Mami, gab es, als du Papi ausgesucht hast eigentlich keine schönen Männer?" Rums. Das Rascheln der Zeitung erstirbt. Bettina legt den Löffel hin, Max schnauft erleichtert.

"Ja, meine Kleine", setzt Bettina an und atmet tief durch. "Wie soll ich dir das erklären? Als wir so auf der Pirsch waren gab es fast nur dunkle Treffpunkte. Beatschuppen mit Undergroundmusik und so sahen auch die Jungen aus. Underground. Lange Haare, manche mit Bart. Da konnten wir Mädels uns nur auf unser Gefühl verlassen. Später dann wurden uns die Augen geöffnet. Der Bundeswehreinheitshaarschnitt brachte es an den Tag. Da gab es so manche Überraschung. Aber weißt du, ich habe Glück gehabt. Küssen konnte dein Vater, dass ich sowieso nicht mehr viel um mich herum wahrgenommen habe. Und so ist es ein bißchen geblieben. Ich sehe ihn mit Gefühl, wie der kleine Prinz. Du erinnerst dich? ‚Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar‘."

Entspanntes Seufzen hinter der Zeitung, Max ist eingeschlafen und Anna nörgelt: "Küssen? Phh. Ich möchte einen coolen Typen, der toll ausschaut, der sich nicht verstecken muß. Tja, Papi, da habt ihr die Mädels ja schön hinters Licht geführt. Heutzutage geht da nichts mehr, wer Pickel hat bleibt übrig!"

Letzte Aktualisierung: 00.00.0000 - 00.00 Uhr
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