Der Tod aus der Teekiste
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April 2001
April, April...
von Petra Lehrmann

Das Telefon klingelt.

"Ja", sagt sie grumpig, als sie den Hörer
halbschlafend an das Ohr drückte.

"Hallo Sabine", kommt von dem anderen Ende.

"Verdammt Moni, weißt du, wie spät es ist?!"

"Oh, Entschuldigung. Weißt du, mir ist grad was
witziges passiert", schallt es nüchtern durch die
Leitung.

"Sag bloß. Mir auch, ich hab grad von Callboys
geträumt. Die haben mich eingeseift – in ’nem
Whirlpool", sagt sie sarkastisch.

"weißt du", sagt die Stimme, " meine Mama ist tot."

Sie schluckt: "Das ist doch ein Aprilscherz, Moni.
Wiederhol das!"

"Das hab ich denen auch gesagt. Meine Mama ist tot,
haben die gesagt."

Sie ist plötzlich wach. Ihre Hand umklammert den
Hörer. Schweiß steht auf ihrer Stirn.

"Moni, komm her. Du übernachtest heute bei mir. Ich
schick dir ein Taxi."

"Warum? Ich komm schon hier zurecht. Und der Kleine,
den will ich auch nicht wecken. Es ist doch nicht
schlimm. Sie haben halt gesagt, dass Mama tot ist.
Sonst nichts."

"Sonst nichts?" ihre Stimme klettert eine Oktave nach
oben, "Sonst NICHTS?!"

"Ja. Oh, schon so spät. Ich muss Schluss machen. Das
Telefon und meine Stimme stört den kleinen bestimmt
beim Schlafen. Ich frage mich, wo Mama bleibt. Sonst
ist sie ja um die Zeit zu Haus... Gute Nacht, Sabine."

"Moni! Verdammt, deine Mutter ist tot! Sie kommt nicht
mehr nach Haus."

"Ich muss noch das Fläschchen aufsetzen. Bestimmt
steht sie im Stau."

"Moni", ihre Stimme gleicht bald einem hysterischen
Kreischen.

"Was hast du, Sabine?" fragt es leise vom anderen
Ende.

"Ich muss los. Entschuldigung, dass ich angerufen hab.
Es ist wirklich spät. Bis morgen in der schule."

Die Leitung knackt und es ist still. Das anonyme
Freizeichen ertönt.

Letzte Aktualisierung: 00.00.0000 - 00.00 Uhr
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