Sexlibris
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September 2001
Der R
von Gudula Goering

Nie hätte sie gedacht, dass sie ihn gerade dort finden würde...
Sie trat aus der Haustür, den Einkaufswagen hinter sich her ziehend und wäre fast in das Loch gefallen, das er vor kurzem da gegraben hatte.
Ein recht tiefes Loch.
Die Stein-Platten des Trottoirs waren fein säuberlich links und rechts aufgestapelt, und in der Mitte gähnte der Abgrund - an den Seiten lehmig gelb.
Er war fleissig.
Warf die Erde aus der Tiefe mit der Schaufel hoch hinaus und machte daraus einen kleinen Hügel. An die Einfassung der kleinen Baustelle hatte er wohl noch nicht gedacht.
Nachdem sie sich von ihrem ersten Schreck erholt hatte, schüttelte sie missbilligend den Kopf.
In Gedanken war sie schon an den Regalen des Supermarktes entlang geschlendert, hatte Salatgurken und Tomaten, Bananen und Kiwis eingekauft. Dosen mit Fertigsuppen und Ravioli ergriffen und einen Blick in die Tiefkühltruhe geworfen: ob wohl noch die Platte mit Grillhähnchen da war, die sie letzte Woche dort gesehen hatte?
Und nun dies.
Eine ungesicherte kleine Baustelle just vor ihrer Tür mit einem tiefen Loch, in das sie fast gefallen wäre.
Mit einem tiefen Loch, aus dem in regelmässigen Abständen links Häufchen mit Erde heraus flogen und auf einem niedrigen Hügel landeten.
Sie ging mit ihrem Einkaufswagen näher heran und schaute auf den Kopf des Mannes, der da so fleissig war.
Hellblonde, kurze Haare - vom Staub der gelblichen Erde bedeckt. Weisse Kunststoffjacke mit leuchtend hellroten Warnstreifen darauf. Hose und Schuhe konnte sie nicht sehen.
Eigentlich wollte sie ihn ansprechen und zur Rede stellen.
Doch er bemerkte den Schatten ihres Körpers über sich, stiess die Schaufel in den Boden und hob seinen Kopf in die Höhe.
Sie schaute direkt in seine Augen.
Gelb-grüne, sehr helle Augen. Er richtete sie genau auf ihr Gesicht. Der Blick war ruhig und fest. Fragend und gleichzeitig musternd zog er sie damit aus - Schicht für Schicht.
Sie fühlte sich nackt und in ihren geheimsten Wünschen offen gelegt. Plötzlich jedoch auch wohlaufgehoben und geschützt, während sie ihm in die Augen sah.
Und dann wanderte ihr Blick hin zu seinen Händen.
Es waren sehr grosse, kräftige Hände mit langen, kraftvollen Fingern. Quadratisch, praktisch, gut! fiel ihr plötzlich ein... und sie fing an, ein wenig zu lächeln.
Er nahm dieses Lächeln auf, legte seine schönen Hände auf den Rand des Lochs, stützte sich dort ab und stand plötzlich in voller Mannesgrösse vor ihr!
Und sie wusste auf einmal: Ihre Suche hatte ein Ende.
Sie hatte den Richtigen gefunden...

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